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28.04.2014

13:06 Uhr

16 Prozent weniger

Exporte nach Russland brechen ein

Die deutschen Ausfuhren nach Russland gehen um 16 Prozent zurück, die in die Ukraine sogar um gut ein Fünftel. Verantwortlich dafür ist neben der Krim-Krise auch die Abwertung der Währungen.

Die Talfahrt des Rubel-Kurses ist für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag der Hauptgrund für den Export-Rückgang. dpa

Die Talfahrt des Rubel-Kurses ist für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag der Hauptgrund für den Export-Rückgang.

BerlinDie deutschen Exporte nach Russland sind schon vor den ersten Sanktionen wegen der Ukraine-Krise eingebrochen. In den beiden ersten Monaten dieses Jahres fielen die Ausfuhren um 16 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf rund 4,7 Milliarden Euro, wie aus am Montag vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Damit hat sich der im vergangenen Jahr begonnene Abwärtstrend erheblich verschärft: 2013 waren die Exporte nach Russland um fünf Prozent auf 36 Milliarden Euro gefallen. Noch stärker gingen im Januar und Februar die Exporte in die Ukraine zurück. Sie schrumpften um mehr als ein Fünftel auf 659 Millionen Euro.

Grund dafür dürfte die Talfahrt der beiden Währungen Rubel und Hrywnia sein. Diese waren im Februar auf Rekordtiefs gefallen, nachdem Anleger wegen der Krim-Krise massenhaft Geld aus beiden Ländern abzogen. Dadurch werden Waren „Made in Germany“ teurer. „Der starke Einbruch der Währungen ist der Hauptgrund für die sinkenden Exporte“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. „Darüber hinaus hat die Krim-Krise Verbraucher wie Unternehmen vor Ort stark verunsichert.“ Eine rasche Trendwende sei nicht in Sicht. „Unsere Exporte nach Russland brechen in diesem Jahr um acht bis zehn Prozent ein, selbst wenn sich die Krise mit der Ukraine nicht noch weiter verschärft“, sagte Treier zu Reuters.

Ein anderes Bild ergibt sich bei den Einfuhren. Die Warenimporte aus Russland erhöhten sich in den beiden ersten Monaten um fünf Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Experten gehen davon aus, dass sich deutsche Unternehmen mit Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas eingedeckt und ihre Speicher aufgefüllt haben. Die Einfuhren aus der Ukraine legten im Januar/Februar sogar um elf Prozent auf 273 Millionen Euro zu.

Die EU und die USA stehen vor einer Verschärfung der Sanktionen wegen des russischen Vorgehens im Ukraine-Konflikt. Im Gespräch ist die Ausweitung der seit März bestehenden Strafmaßnahmen wie Kontensperren und Einreiseverbote. Auch Wirtschaftssanktionen könnten in nächster Zukunft verhängt werden. (redigiert von Klaus-Peter Senger)

Von

rtr

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