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06.11.2012

16:21 Uhr

20-Milliarden-Entlastung

Frankreich hilft Unternehmen auf die Sprünge

Frankreich braucht einen Ruck, stellt Ministerpräsident Ayrault fest. Mit weniger Steuern will er der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. Im Gegenzug soll die Mehrwertsteuer steigen. Die Bürger werden sich bedanken.

Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault: „Frankreich braucht einen Ruck.“ AFP

Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault: „Frankreich braucht einen Ruck.“

ParisMit milliardenschweren Steuererleichterungen will Frankreich seine Unternehmen wieder fit für den internationalen Wettbewerb machen. Die Regierung von Präsident Francois Hollande versprach Arbeitgebern am Dienstag eine Entlastung von 20 Milliarden Euro über drei Jahre.

Zur Gegenfinanzierung bürdet der Sozialist den Bürgern allerdings höhere Abgaben auf. Von 2014 an werde der Staat weitere Einsparungen in Höhe von zehn Milliarden Euro vornehmen. Zudem solle es Erhöhungen der Mehrwertsteuer und neue Ökosteuern geben. Beim Höchstsatz der Mehrwertsteuer von derzeit 19,6 Prozent ist eine Anhebung um 0,4 Punkte geplant. Zudem wird in den öffentlichen Haushalten noch mehr gekürzt.

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„Wir brauchen einen Ruck auf nationaler Ebene, um unser Schicksal wieder in den Griff zu bekommen“, sagte Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault. Abgehängt nicht zuletzt durch brummende deutsche Exporte hatte Frankreichs Industrie eine Art Schocktherapie gefordert, der die nun vorgestellten Maßnahmen überraschend nahe kommen.

Ayrault bezeichnete das Konzept seiner Regierung am Dienstag als eine „entscheidende Etappe“ im Kampf gegen den Niedergang der französischen Industrie. Der Premier sprach wie zuvor schon Präsident François Hollande von einem „Pakt für Wettbewerbsfähigkeit“, ohne Partner eines solchen Abkommens näher zu benennen.

Die Steuererleichterungen werden nach Angaben der Regierung auf Basis der Zahl der Beschäftigten berechnet, die Unternehmen in Frankreich haben. Gezählt werden nur die Arbeitnehmer, die nicht mehr als das 2,5-Fache des Mindestlohns (Smic) verdienen. Dieser liegt aktuell bei 1425,67 Euro im Monat.

Kommentare (4)

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06.11.2012, 17:24 Uhr

Idiotie..

Was hat ein Land davon, wenn ein Unternehmen unterbezahlte Arbeiter beschäftigt und gleichzeitig keine/fast keine Steuern zahlt?

Die Logik "geht es der Wirtschaft gut, dann geht es den Bürgern gut" wird so ad absurdum geführt.

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06.11.2012, 21:42 Uhr

Sie haben vollkommen recht !

Account gelöscht!

08.11.2012, 10:32 Uhr

(Kürzung der Sozialabgaben um 20 Milliarden) entspricht die Regierungsankündigung sehr eng den “Empfehlungen” von Gallois. Eine Senkung der Arbeitskosten (Löhne) um ganze 6% auf einmal wäre wirklich radikal. Frankreich unter dem “Sozialisten” Hollande ähnelt doch, 10 Jahre später, sehr stark Deutschland unter dem “Sozialdemokraten” Gerhard Schröder. Genau wie bei Schröder werden jetzt in Frankreich Sozialabgaben (damals Renten- und KV-Beiträge) durch Mehrwert- und Ökosteuer ersetzt usw., und natürlich ist die (wissenschaftlich unhaltbare) Begründung dieselbe: “Lohnsenkungen schaffen Arbeitsplätze”. Nebenbei bricht Hollande sein Wahlversprechen bzw. imitiert mit der “sozialen Mehrwertsteuer” Sarkozy. Widerwärtig und ökonomisch falsch, weil sich offenbar nicht einmal Hollande traut, dem Deutschen Lohndumping den Kampf anzusagen.

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