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29.08.2012

16:28 Uhr

„2016: Obama's America“

Der Michael Moore der anderen

VonNils Rüdel

Obama hasst Israel. Er sympathisiert mit Islamisten. Er will Amerika absichtlich schwächen. Diese Thesen vertritt der US-Intellektuelle Dinesh D'Souza in einer umstrittenen Doku. Sein Werk ist erstaunlich erfolgreich.

US-Präsident Barack Obama ist der Lieblingsfeind von US-Filmemacher Dines D'Souza. Reuters

US-Präsident Barack Obama ist der Lieblingsfeind von US-Filmemacher Dines D'Souza.

TampaDinesh D'Souza ist ein freundlicher Mann. Sein Blick hat etwas Schelmisches, ein bisschen sieht er aus wie Mister Bean. Doch anders als die britische Kunstfigur ist D'Souza nicht durch seinen Humor bekannt, sondern eher durch seine Wut. Der indisch-stämmige US-Intellektuelle ist der tiefsten Überzeugung, dass Linke, Liberale und Atheisten das Land ruinieren.

D'Souzas Lieblingsfeind aber ist US-Präsident Barack Obama. Ihm hatte der Bestseller-Autor und Präsident des King's College in New York vor zwei Jahren ein Buch gewidmet („The Roots of Obama's Rage“ – „Die Wurzeln von Obamas Wut“), das er später verfilmte und als Dokumentation in die amerikanischen Kinos brachte. Nach der wenig beachteten Premiere Mitte Juli in einem einzigen Kino hat es „2016: Obama's America“ nun am Wochenende zu überraschendem Erfolg gebracht.

Rund 6,2 Millionen Dollar spielte der Streifen ein und erreichte damit Platz 8 acht der Bestenliste, die von Sylvester Stallones „The Expendables 2“ mit 18,5 Millionen Dollar angeführt wurde. „Es ist extrem selten, dass eine Dokumentation in die Top Ten gelangt“, sagte der Analyst Paul Dergarabedian von Hollywood.com. Beachtlich sei vor allem, dass es sich um einen konservativen Film handle: Normalerweise spielten liberale Produktionen wie die Filme Michael Moores das Geld ein. „Fahrenheit 9/11“ etwa erzielte in den USA insgesamt 119 Millionen Dollar.

D'Souzas Film, der inzwischen in mehr als 1.000 US-Kinos läuft und bislang lediglich durch konservative Radio- und TV-Sender wie Fox News und Mundpropaganda bekannt wurde, ist damit zugleich die erfolgreichste konservative Polit-Doku aller Zeiten. Gezeigt wurde er auch in den Hotels von Tampa, in denen diese Woche Delegierte des Parteitags der Republikaner abgestiegen sind. Nach dem Genuss des Films können sie ihrem Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney umso lauter zujubeln.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

29.08.2012, 17:12 Uhr

dem sollte man mal die Dokus "Deadly dust" und "beyond treason" zwangsvorführen... dann soll er mal n film über "sein" Bild von Amerika drehn

kuac

29.08.2012, 17:23 Uhr

Gerade Menschen wie Dinesh D'Souza tragen dazu bei, dass die USA in der Welt gahasst wird.

Intellent

29.08.2012, 18:32 Uhr

"Obama hasst Israel. Er sympathisiert mit Islamisten. Er will Amerika absichtlich schwächen. Diese Thesen vertritt der US-Intellektuelle Dinesh D'Souza"

Liebes HB, wie könnt ihr die Begriffe "intellektuell" und "Dinesh D'Souza" im gleichen Satz nutzen?

Schwach! Richtig schwach!

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