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01.10.2011

13:05 Uhr

21 Jahre Deutsche Einheit

Merkel sieht „gravierende Unterschiede“ zwischen Ost und West

21 Jahre nach der Wende gibt es zwischen Ost und West immer noch große Unterschiede. Kanzlerin Merkel sieht die Einheit nicht vollendet. Der DGB kritisiert vor allem das Lohngefälle, und attackiert die Arbeitgeber.

Kanzlerin Angela Merkel und DGB-Chef Michael Sommer. dpa

Kanzlerin Angela Merkel und DGB-Chef Michael Sommer.

BerlinDas Ost-West-Lohngefälle sorgt 21 Jahre nach der Wiedervereinigung für Streit zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warf am Samstag der Wirtschaft vor, sich einer Lohnangleichung zu verweigern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht derweil die Einheitsbemühungen „auf einem guten Weg“, verwies aber zugleich auf deutliche Unterschiede.

Die zentralen Einheitsfeierlichkeiten finden am Montag in Bonn statt. Daran nehmen auch Bundespräsident Christian Wulff und Merkel teil. Die Festrede hält der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Andreas Voßkuhle.

Merkel sagte in ihrer wöchentlichen Internetbotschaft am Samstag, sie sei immer wieder berührt, wenn sie junge Menschen treffe, bei denen sie nicht mehr merke, ob sie im Osten oder Westen groß geworden seien. „Ich glaube, da wächst wirklich das Land zusammen“, betonte die aus dem Osten stammende CDU-Vorsitzende. Die Einheit sei auf einem guten Weg, es gebe aber noch „einige gravierende Unterschiede“. Dabei nannte die Kanzlerin den demografischen Wandel und die Abwanderung junger Leute aus dem Osten, die fast doppelt so hohe Arbeitslosigkeit im Westen und die geringeren Sparguthaben.

DGB macht Arbeitgeber Vorhaltungen

Der DGB machte hingegen auf das Lohngefälle zwischen Ost und West aufmerksam. „Die DGB-Gewerkschaften setzen sich seit Jahren für die Angleichung des Ost- an das Westniveau ein, wohingegen sich die Arbeitgeberseite dem systematisch entzog beziehungsweise massiven Widerstand leistete“, kritisierte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki in der „Berliner Zeitung“. Auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung bleibe festzustellen, dass in Betrieben ohne Tarifbindung die Lohndifferenzen hoch seien.

Kommentare (10)

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DieWahlniederlageKommt

01.10.2011, 15:15 Uhr

Das Lohngefälle zwischen Ost und West,
Abwanderung der Jungen Leute.
Ich würde dem Hosenanzug vorschlagen, den Ostländern die Arbeit bis ans Bett zu tragen.
Die Kanzlerin versucht hier Wähler zu angeln im Osten,
als Köder der zappelnde Wurm der Heuchelei.
Sie darf ganz sicher sein, sie wird nicht wiedergewählt.
Für einen Ostwähler wird sie 2 Westwähler verlieren.

efundi

01.10.2011, 15:21 Uhr

Merkel ist in Hamburg geboren. Wieso stammt sie aus dem Osten? Diese Art von Abschreiben ist sonst nicht üblich beim Handelsblatt.

gerhard

01.10.2011, 19:28 Uhr

-Merkel sagte in ihrer wöchentlichen Internetbotschaft am Samstag, sie sei immer wieder berührt, wenn sie junge Menschen treffe, bei denen sie nicht mehr merke, ob sie im Osten oder Westen groß geworden seien. (Zitat)-

Diese Kinder gab es aber schon früher, Kinder also aus dem Westen von Eltern , die aus dem Osten kamen und dann später besuchsweise auf verwandtschaftliche Kinder, im Osten trafen. Man konnte also schon viel früher feststellen - es gab keinen Unterschied - sie hatten wie Kinder eben nun einmal sind- ziemlich gleiche Vorstellungen vom Leben. Diese Kinder von damals waren weder als westlich noch östlich "auszumachen".

Dazu benötigt es auch keine nostalgisch gesehene zentrale Einheitsfeierlichkeit, wie diese am Montag in Bonn stattfindet.

Nur nebenbei bemerkt - es gab früher den Gedenk- und Feiertag der deutschen Einheit ( zwar nur im Westen) aber dieser lag auf dem 17.Juni. Jedoch sang- und klanglos wurde dieser Tag durch den "weniger bis nichtssagenden" 2.Oktober ersetzt. Zudem war es aber auch der 9.November an dem durch den beherzten Durchbruch der Mauer von Ostberliner Bürgern die Idee des 17.Juni schließlich vollendet wurde. Der 17. Juni als auch der 9.November geschah ohne Zutun von Politikern - Am 17.Juni floß rotes Blut und keine blaue Tinte auf sorgsam sauberen Schreibtischen und deshalb dürfte der 17.Juni den weitaus größeren Anspruch auf diesen Tag der deutschen Einheit besitzen.

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