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09.12.2016

10:19 Uhr

25 Jahre Maastricht-Vertrag

Jetzt erst recht

Der Brexit, die fehlende Solidarität in der Flüchtlingskrise und der Erfolg der Populisten: Die EU erlebt eine der größten Krisen ihrer Geschichte. Trotzdem wird in Maastricht gefeiert – aber nicht ohne Hintergedanken.

Vertrag von Maastricht

Vor 25 Jahren wurde die Basis der EU gelegt

Vertrag von Maastricht: Vor 25 Jahren wurde die Basis der EU gelegt

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MaastrichtDie blaue Fahne mit den gelben Sternen flattert fröhlich auf dem Großen Markt von Maastricht. Die südniederländische Stadt feiert Geburtstag. Die Europäische Union besteht 25 Jahre. Am 9. und 10. Dezember 1991 wurde hier der Vertrag von Maastricht ausgehandelt, die Basis der EU und des Euro. Maastricht ist bis heute die europäischste Stadt der Niederlande und stolz darauf.

Stadtführer Cor Hamans zeigt Touristen gerne die mittelalterliche Stadt an der Maas mit den malerischen Gassen. Außer zur Servaes-Basilika und dem Platz Vrijthof führt er sie auch zu einer anderen Sehenswürdigkeit: Ein Geldautomat auf dem Markt. „Dort wurde am 1. Januar 2002 der allererste Euro-Schein gezogen“, sagt er stolz.

Maastricht will den 25. Geburtstag der EU nicht nur feiern. Unter dem Motto „Europe Calling“ – Europa ruft – will die Stadt auch die Initiative zu einer neuen positiven Europa-Debatte ergreifen.

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Doch was gibt es eigentlich zu feiern? Die EU erlebt eine der größten Krisen ihrer Geschichte: Brexit, fehlende Solidarität bei der Verteilung von Flüchtlingen, eine Spaltung zwischen Nord und Süd, Ost und West, der Erfolg der Rechtspopulisten.

Von Euro-Skepsis aber ist in Maastricht nichts zu spüren. Gerade hier im Zentrum des Länderdreiecks von Deutschland, Belgien und den Niederlanden lebt Europa, sagt der Gouverneur der Provinz Limburg, Theo Bovens. „Maastricht hat enorm von der EU profitiert.“

„Wir sind hier eine Mini-EU,“ sagt der Gouverneur. Die damals verabredete Integration aber sei nicht weit genug gegangen. Bovens plädiert für eine weitaus engere Zusammenarbeit. „Bei Sozialgesetzen, Steuer oder Bildung sind die Grenzen noch nicht offen.“

Vor 25 Jahren waren gerade die Offenheit von Maastricht und die strategische Lage der Stadt Gründe, dass sie als Ort des historischen Gipfeltreffens der damals 12 Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft gewählt wurde. Das damals funkelnagelneue Provinzialhaus stand zur Verfügung und es gab gute Restaurants.

Kommentare (5)

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Herr Grutte Pier

09.12.2016, 10:30 Uhr

Die EU-Verträge (nicht nur Maastricht) sind das Papier nicht wert, auf dem Sie geschrieben sind.
Was also soll die Feier bringen, außer dass sich die „Eliten“ den Bauch vollschlagen und sich gegenseitig für Ihre „Verdienste“ oder „Leistungen“ loben?

Herr Josef Schmidt

09.12.2016, 10:34 Uhr

Griechenland, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien werden sich an die Sparvorgaben aus Deutschland nicht mehr halten und der deutsche Steuerzahler wird für die kommenden Eurobonds voll haften. Das sind die Verträge die demnächst unterschrieben werden.

Herr Michael Mouse

09.12.2016, 10:35 Uhr

So so, wir finden Europa super.... warum nur warum nur...... deswegen vielleicht ?? : "" „Maastricht hat enorm von der EU profitiert.“""
Aber nur vielleicht :-)
Ich vergesse Nie Schäubles Worte : "" Wir brauchen eine große Krise um die Vereinigten Staaten von Europa voranzutreiben. ""
Die bisherigen reichten wohl nicht aus.
Für mich, ist die " EU" .. ( nicht Europa !!!! ) ein Projekt der " Eliten" für "Eliten" .

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