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04.06.2014

03:56 Uhr

25. Jahrestag des Massakers

Großes Polizeiaufgebot auf Tian’anmen-Platz

Am 25. Gedenktag des Massakers in Peking sichern die Behörden den Tian'anmen-Platz mit einem Großaufgebot. In den USA wurden unterdessen schockierende, neue Dokumente zum Massaker veröffentlicht.

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Gedenken an das Tian’anmen-Massaker

Video: Gedenken an das Tian’anmen-Massaker

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PekingZum 25. Jahrestag des Pekinger Massakers hat am Mittwoch ein Großaufgebot der Polizei den Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) in Peking abgesichert. Polizisten kontrollierten Ausweise und Taschen von Passanten. Auf dem Weg zum Tian'anmen-Platz im Herzen der chinesischen Hauptstadt mussten Autos jeweils Polizeisperren passieren. In den umliegenden Gassen standen Busse, Polizeifahrzeuge, Krankenwagen und weitere Einsatzkräfte bereit.

Wie es zum Massaker am Tiananmen-Platz kam

15. April 1989

Der beliebte Reformer Hu Yaobang stirbt. Aus Trauerkundgebungen werden erste politische Proteste. In den folgenden Wochen nimmt die Zahl der Teilnehmer rasch zu.

22. April 1989

Zehntausende Studenten ziehen mit Transparenten auf den Platz vor dem Tor des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) in der Nähe des Regierungssitzes.

Mai 1989

Auch in anderen Städten demonstrieren Studenten. Die Teilnehmerzahlen gehen in die Hunderttausende. Staatsmedien verdammen die jungen Leute als Aufrührer. Diese wiederum verleihen ihren Forderungen durch einen Hungerstreik Nachdruck. Sie bauen Zelte auf und bleiben rund um die Uhr dort, um eine Räumung zu verhindern.

19. Mai

KP-Chef Zhao Ziyang versucht mit den Studenten eine Einigung auszuhandeln und scheitert. Zhao selbst wäre zu Reformen bereit; Betonköpfe in der Partei verhindern jedoch einen Kompromiss.

20. Mai

Truppen der Volksbefreiungsarmee erscheinen auf der Straße. Bürger schützen die Studenten, indem sie den Vormarsch blockieren. Die Pekinger Soldaten weigern sich, auf ihre Mitbürger zu schießen.

2. Juni

Nachdem der Militäreinsatz ausgeblieben ist, herrscht auf dem Tiananmen-Platz Partystimmung. Die Führung nutzt die Zeit jedoch, um ahnungslose Einheiten aus entfernten Provinzen in die Hauptstadt zu verlegen. Plötzlich steigt die Nervosität wieder steil an.

3. Juni spätabends bis 4. Juni frühmorgens

Die frischen Truppen führen ihren Befehl aus. Sie schießen sich ihren Weg zum Tiananmen-Platz frei. Mehrere hundert, einigen Quellen zufolge bis zu 2600 Menschen sterben, die meisten von ihnen solidarische Bürger, aber auch viele Unbeteiligte.

1992

Deng Xiaoping reißt das Land durch seine „Südreise“ aus der Lethargie, in die es nach dem Blutbad geraten ist. Er kündigt einen neuen Schub von Wirtschaftsreformen an. Eine neue Generation wächst seitdem im Wohlstand, aber weitgehend unpolitisch auf.

Die Sicherheitskräfte sollen Zwischenfälle oder ein öffentliches Gedenken an die Opfer des brutalen Militäreinsatzes in der Nacht zum 4. Juni 1989 verhindern. Auf dem Tian'anmen-Platz herrschte am Morgen zwar weitgehend normales Treiben chinesischer Touristen, doch machte das Großaufgebot von Polizisten in Uniform und Zivil und der bereit stehenden, bewaffneten Sondereinsatzkräfte deutlich, dass dieser Mittwoch kein gewöhnlicher Tag in der 20-Millionen-Metropole war.

Ausländische Journalisten und Fernsehteams waren angewiesen worden, den Platz zu dieser „heiklen Zeit“ zu meiden. Bei der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 waren einige hundert Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl ist auch 25 Jahre danach nicht bekannt. Tausende wurden landesweit festgenommen. Einige Dutzend Teilnehmer an den Protesten wurden hingerichtet.

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