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23.06.2011

17:33 Uhr

260 Millionen Pfund

Britischer Libyen-Einsatz wird teuer

Eigentlich sollte der Militäreinsatz in Libyen die Briten höchstens mehrere zehn Millionen Pfund kosten. Doch nun fallen die Kosten deutlich höher aus. Die Opposition tobt.

Der Einsatz britischer Kampfhubschrauber in Libyen fällt teurer aus als bisher berechnet. Quelle: Reuters

Der Einsatz britischer Kampfhubschrauber in Libyen fällt teurer aus als bisher berechnet.

LondonDer Militäreinsatz in Libyen könnte Großbritannien nach Angaben von Verteidigungsminister Liam Fox bis zu 260 Millionen Pfund (294 Millionen Euro) kosten. Auf einen Zeitraum von sechs Monaten gerechnet lägen die Kosten geschätzt „im Bereich von 120 Millionen Pfund“, hieß es in einer Mitteilung des Ministers am Donnerstag in London. Dazu kämen weitere 140 Millionen Pfund für die Erneuerung von Raketen und Munition, falls die Nato-geführte Mission wie bisher weiterlaufe. Die Kosten würden aus Reserven gedeckt, erläuterte Fox. 

Britische Medien hatten vorab berichtet, der Einsatz habe bereits jetzt rund 250 Millionen Pfund verschlungen und damit deutlich mehr als ursprünglich geplant. Zu Beginn des Nato-Einsatzes in Libyen im März hatte Schatzkanzler George Osborne die Kosten des Einsatzes mit mehreren zehn Millionen Pfund angegeben. Sollte der Einsatz sich bis in den Herbst ziehen, könnten die Kosten auf eine Milliarde Pfund steigen, warnten britische Medien unter Berufung auf Experten. 

Oppositionspolitiker kritisierten die Höhe der Ausgaben. Großbritannien habe sich in die Rolle des „militärischen Flügels für die Rebellen in einem Bürgerkrieg“ gebracht, sagte der sozialdemokratische Abgeordnete Barry Gardiner. 

Das Weiße Haus hatte in der vergangenen Woche die Kosten für die US-Beteiligung am Libyen-Einsatz bis zum 3. Juni auf rund 714 Millionen Dollar (500 Millionen Euro) beziffert. Bis Ende September rechnet die US-Regierung mit Gesamtkosten von 1,1 Milliarden Dollar (770 Milliarden Euro). Frankreich hatte seine bisherigen Ausgaben für den Einsatz am Montag mit 87 Millionen Euro angegeben.

Der britische Premierminister David Cameron hatte erst am Dienstag erklärt, es sei „absolut klar“, dass die Mission so lange andauern werde wie nötig. Zuvor hatten führende Offiziere gewarnt, dass die Moral der britischen Truppe angesichts der Doppelbelastung durch die Operationen in Afghanistan und in Libyen leide. Die Soldaten seien überarbeitet, mehrere Bereiche der Luftwaffe würden „heiß laufen“, sagte der stellvertretende Kommandeur der Royal Air Force, Simon Bryant. 

Die britische Regierung hatte im Herbst ein striktes Sparprogramm verabschiedet und dabei auch den Militärhaushalt deutlich gekürzt. Allein die Royal Air Force soll in den kommenden drei Jahren um etwa 15 Prozent verkleinert werden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Elektriker_aus_Berlin

23.06.2011, 18:03 Uhr

Das verstehe ich nicht!Haben die Engländer,Amis und
Franzosen mit den Vertretern der Rebellen etwa keine Abkommmen über Rückzahlung der Kosten incl. Gehälter plus
Boni für die Soldaten,Überstunden und Reisekosten von Diplomaten,und und und gemacht?
Das wär wirklich der Gipfel der Dämlichkeit,wenn der Westen auf den Kosten sitzen bleibt und die neuen Lybier
z.B. später wieder die Chinesen zum Aufbau des Landes holen.Ein Besserwisser möge mir bitte antworten.

Daniel

23.06.2011, 18:55 Uhr

Wahrscheinlich werden sie eher noch ein paar Mrd. Reparationszahlungen für Gaddafi oben drauf legen müssen wenn klar ist, dass dessen Sturz gescheitert ist und er auch weiterhin entscheidet, wer sein Öl bekommt.

Wieder einmal hat man den Beweis erbracht, dass die Politik zwar über den Anfang eines Krieges entscheiden kann, aber nicht über dessen Ende.

Elektriker_aus_Berlin

23.06.2011, 21:48 Uhr

Ich frage mich dann wirklich wie die Deutschen damals
von solchen Deppen besiegt werden konnten.
Ohne die Russen wären die doch vorher pleite gegangen.

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