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29.09.2014

14:49 Uhr

400 Leichen in der Ukraine

Kriegsverbrechen oder „russische Lügen“?

Massengräber mit rund 400 Leichen haben prorussische Separatisten nach eigenen Angaben im Osten der Ukraine gefunden. Russland spricht von Kriegsverbrechen und fordert eine internationale Untersuchung.

Gräber gibt es in der Ukraine viele – egal ob für prorussische Separatisten oder ukrainische Kämpfer. AFP

Gräber gibt es in der Ukraine viele – egal ob für prorussische Separatisten oder ukrainische Kämpfer.

DonezkDie prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben nach eigenen Angaben im Gebiet Donezk Gräber mit rund 400 Leichen entdeckt. Bei den meisten Toten handle es sich um Zivilisten, sagte Separatistenführer Andrej Purgin am Montag nach Angaben der Agentur Interfax.

Viele seien derartig zugerichtet, dass sie nicht einfach identifiziert werden könnten. Die Gräber befänden sich in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee kontrolliert worden waren, sagte Purgin.

Die Mauer zwischen Russland und der Ukraine

2300 Kilometer...

... lang soll die Mauer zwischen Russland und der Ukraine nach dem Willen der ukrainischen Führung werden. Damit möchte die Führung in Kiew verhindern, dass heimlich Waffen und Kämpfer zur Verstärkung der moskautreuen Separatisten in die Ex-Sowjetrepublik gelangen. Die Ukraine wirft Russland vor, die Aufständischen auszurüsten. Moskau weist dies zurück und kritisiert die geplante Mauer.

Rund 400 Kilometer...

...Grenze sind aber derzeit nicht in der Hand der ukrainischen Behörden. Dort haben die Aufständischen die Kontrolle. In diesen Gebieten soll den Plänen Kiews zufolge erst in einer zweiten Phase gebaut werden. In einer ersten Phase soll in den Gebieten mit dem Bau begonnen werden, die der ukrainische Grenzschutz kontrolliert: in Tschernigow, Sumy und Charkow sowie im Norden des Raums Lugansk.

Provisorische Befestigungen...

... sind an der Grenze zu der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim geplant.

Herzstück des Mauerprojekts...

... sind ein Erdwall und ein mindestens vier Meter breiter und zwei Meter tiefer Graben. Ein fünf Meter breiter Sandstreifen soll Spuren von möglichen Grenzverletzungen zeigen. Alle 20 Kilometer ist ein Wachturm geplant.

Ein Zaun statt einer Mauer...

... ist für die weitgehend von den Aufständischen kontrollierten Gebiete Donezk und Lugansk. Alle 100 Meter sollen dort Kameras Grenzverstöße aufdecken helfen.

Rund 100 Millionen Euro...

... soll die Grenzbefestigung ersten Schätzungen zufolge kosten. Experten gehen von weitaus höheren Kosten aus. Der Bau soll in einem halben Jahr abgeschlossen sein.

Eine unabhängige Bestätigung der Zahl gab es zunächst nicht. Die Führung in Kiew hält die Darstellung der moskautreuen Separatisten für Propaganda und „russische Lügen“, mit denen das ukrainische Militär nach dem Rückzug in schlechtes Licht gerückt werden soll.

Die Aufständischen hatten bereits in den vergangenen Tagen von „Massengräbern“ im Konfliktgebiet berichtet, die Zahl der Toten war aber unklar. In Russland lösten die Nachrichten aus der Ostukraine große Besorgnis im Parlament aus. Politiker und Diplomaten sprachen von „Kriegsverbrechen“ und forderten eine internationale Untersuchung.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

29.09.2014, 16:15 Uhr

>> Viele seien derartig zugerichtet, dass sie nicht einfach identifiziert werden könnten. <<

Zumal auch überwiegend Leichen ohne Inneren Organe gefunden worden sind.

Ein Organhandel drängt sich hier regelrecht auf.

Hier sollten nicht nur die Leichen untersucht werden, sondern auch der Händlerring in Westeuropäischen Staaten dingfest gemacht werden.

Samt Abnehmern und dazugehörigen Kliniken.

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