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08.12.2013

22:16 Uhr

400 Tote in drei Tagen

Frankreich sendet 200 Soldaten nach Zentralafrika

In Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, waren bei Gefechten innerhalb von drei Tagen fast 400 Menschen getötet worden. Frankreich stockt seine Truppenstärke auf, die EU richtet eine Luftbrücke ein.

Französisches Panzergefährt in Bangui (Archiv-Foto): "Alle Milizen und bewaffneten Gruppen, die die Bevölkerung terrorisieren, entwaffnen." AFP

Französisches Panzergefährt in Bangui (Archiv-Foto): "Alle Milizen und bewaffneten Gruppen, die die Bevölkerung terrorisieren, entwaffnen."

BanguiUmjubelt von Einheimischen sind französische Truppen am Wochenende weiter in die Zentralafrikanische Republik vorgerückt. Etwa 200 zur Verstärkung entsandte Soldaten überquerten aus Kamerun kommend am Samstag die Grenze beim Übergang Cantonnier im Westen, wie ein Reporter der französischen Nachrichtenagentur AFP berichtete. Frankreichs Staatschef François Hollande hatte zuvor eine weitere Truppenaufstockung zugesagt. In der Hauptstadt Bangui beruhigte sich die Lage.

Auf 1600 Soldaten belief sich die französische Truppenstärke bis Samstagabend. Anfangs war von 1200 Soldaten die Rede gewesen, die nach Zentralafrika entsandt werden sollten. Vorrangiges Ziel des Militäreinsatzes "Sangaris" sei es, "alle Milizen und bewaffneten Gruppen, die die Bevölkerung terrorisieren, zu entwaffnen", sagte Hollande, der die Aufstockung des Kontingents um 400 Soldaten bei einem internationalen Treffen zur Lage in der Zentralafrikanischen Republik in Paris bekannt gab.

Die Afrikanische Union (AU) will nach Angaben des Elysée-Palasts 6000 Soldaten in den Krisenstaat schicken. Ein Termin für die Aufstockung der AU-Mission MISCA, die derzeit mit 2500 Soldaten in Zentralafrika stationiert ist, wurde demnach nicht festgelegt.

Der Generalstab der französischen Armee teilte am Sonntag mit, mittlerweile patrouillierten seine Soldaten in ganz Bangui. Die Lage in Bangui beruhigte sich deutlich. An den Hauptkreuzungen waren Panzer postiert, französische Fallschirmjäger gingen Streife.

Etwa hundert Soldaten wurden laut Generalstab nach Bossangoa, 270 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt, verlegt. Der Leiter des Militäreinsatzes, Francisco Soriano, sei in dem Ort, in dem die Lage besonders gespannt war, mit örtlichen Führern zusammengetroffen, teilte der Generalstab mit.

In Cantonnier wurden die mit Lastwagen und gepanzerten Fahrzeugen einrückenden französischen Truppen von einer begeisterten Menge empfangen. Ähnlich war die Begrüßung in der westlichen Stadt Bouar, 250 Kilometer von Bangui entfernt.

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