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11.06.2014

16:44 Uhr

48 Geiseln im türkischen Konsulat

Terrorgruppe Isis rückt Richtung Bagdad vor

Nachdem die Terrorgruppe Isis die irakische Stadt Mossul gestürmt hat, rückt sie gen Bagdad vor. Auf dem Weg erobert sie wichtige Orte. Zudem haben die Terroristen das türkischen Konsulat gestürmt und Geiseln genommen.

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Islamistische Rebellen auf dem Vormarsch: Neue Gebietsgewinne für ISIL

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GenfDie Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) bewegt sich auf die irakische Hauptstadt Bagdad zu. Die Kämpfer der Isis brachten große Teile der Regionen Ninive, Anbar und Salah ad-Din nordöstlich von Bagdad unter ihre Kontrolle, berichtete der Nachrichtensender Al-Dschasira. Am Mittwoch haben sie auch die zentralirakische Stadt Tiktrit eingenommen. „Ganz Tikrit ist den Händen der Kämpfer“, sagte ein Polizeioberst in der Hauptstadt der Provinz Salaheddin. Einem Polizeimajor zufolge befreiten die Kämpfer in der Stadt rund 300 Gefängnisinsassen. Zuvor hatten sich die Aufständischen nach Angaben der Provinzregierung schwere Gefechte mit den Sicherheitskräften geliefert.

Als strategisch wichtigen Ort eroberten die Extremisten Baidschi rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad, wie Medien berichteten. Dort wollten sie die Ölraffinerie und das Elektrizitätswerk unter ihre Kontrolle bringen, das auch die Hauptstadt mit Strom versorgt.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Nach türkischen Regierungsangaben haben die Terroristen in Mossul zudem das Konsulat der Türkei gestürmt und 48 Menschen als Geiseln genommen. Ein türkischer Regierungsvertreter nannte diese Zahl am Mittwochnachmittag, nachdem die irakische Polizei zuvor von etwa zwei Dutzend Geiseln gesprochen hatte. Unter den Geiseln befindet sich nach übereinstimmenden Angaben der türkische Konsul.

In der Hauptstadt sind die Aufständischen „über Nacht aufmarschiert und haben das Gerichtsgebäude sowie eine Polizeiwache im Stadtzentrum in Brand gesteckt“, berichtete ein Sicherheitsmann in Baidschi dem unabhängigen Nachrichtenportal „Al-Sumaria News“. Stammesführer hätten die Islamisten jedoch vom Elektrizitätswerk vertreiben können.

Der für Notstandsmaßnahmen zuständige Direktor bei Human Rights Watch, Peter Bouckaert, sagte, die Isis habe auf ihrem Feldzug große Waffenarsenale der irakischen Armee erbeutet. Die Waffen könne Isis nun in das Bürgerkriegsland Syrien einschleusen.

Der Nahost-Experte Michael Lüders wies darauf hin, dass die Isis mit Al Qaeda ideologisch eng verbunden sei. "Das Ganze ist ein riesiges Problem", sagte Lüders im Deutschlandfunk. "Es ist hier wirklich ein politischer Tsunami in sicherheitspolitischer Hinsicht, der auf uns zurollt, denn diese Terrorgruppe ist ja gleichzeitig eine soziale Bewegung, die nicht nur große Teile des Irak mittlerweile kontrolliert, sondern eben auch von Syrien."

Die Isis kontrollier auch weite Teile in Syrien und zunehmend auch des Libanon. "Es ist das erste Mal, dass eine islamisch-fundamentalistisch-terroristische Gruppe transnational, also über mehrere Ländergrenzen hinweg es schafft, ein zusammenhängendes Territorium zu kontrollieren", warnte der Experte. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Isis über die Türkei auch Europa ins Visier nehme.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

11.06.2014, 14:42 Uhr

Wieder 500000 Menschen auf der Flucht, wohin wohl?
Es wird Zeit das der Kriegsislam eingebremst wird.
Die Flüchtlinge sollten zu ihren Glaubensbrüdern nach Arabien flüchten dort ist Arbeit, Geld und Platz für alle und der Glaube ist dort sehr geschützt.

Account gelöscht!

11.06.2014, 16:50 Uhr

Wieviel Billionen $ und 100000nde Menschenleben haben die Amis jetzt nochmal völlig sinnlos dort ausgegeben? Wollten die dort nicht westliche Standards einführen?

Account gelöscht!

11.06.2014, 18:44 Uhr

Die Unterstützung durch unsere Politiker (Gauck, Wulff usw.) sowie unsere Gutmenschen und der evangelischen Kirchen machen sich endlich bezahlt. Die Schulung der Terroristen (Tötet Andersgläubige = Islam ) trägt, wie in Niegeria, Früchte. Hr. Gauck darf zu Recht Stolz darauf sein. Ist die Unterstützung der Terroristen nicht mehr strafbar in Deutschland??

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