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22.11.2013

18:35 Uhr

50. Todestag von JFK

Das Geschäft mit der Verschwörung

VonAxel Postinett

Kein Mord an einem Staatsmann ist bis heute von einer solchen morbiden Faszination umgeben – und vom Reiz des Geldes: Ein halbes Jahrhundert nach dem Tod von „JFK“ boomt das Geschäft mit dem Schauer seiner Geschichte.

John F. Kennedy

50 Jahre nach dem JFK-Attentat: Die Trauer sitzt tief

John F. Kennedy: 50 Jahre nach dem JFK-Attentat: Die Trauer sitzt tief

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San FranciscoDie tragischen Schüsse fielen am 22. November 1963. Abgefeuert aus einem Fenster eines verlassenen Schulbuchlagers im texanischen Dallas beendeten sie das Leben des bis heute wohl bekanntesten Präsidenten der Vereinigten Staaten, John Fitzgerald Kennedy. Diese Kugeln veränderten die Welt.

Doch während es weder der einzige, noch der letzte heimtückische Mord an einem Staatsmann war, ist kein anderer bis heute von so vielen Gerüchten, Verschwörungstheorien und einer eigentümlichen morbiden Faszination umgeben. Die Faszination „JFK“, von der eine ganze Industrie bis heute gut lebt. Kamen die zwei Schüsse wirklich aus dem Lagerhaus? Und waren es nicht in Wirklichkeit drei oder sogar vier, wie Geheimnis umwobene Tonschnipsel belegen sollen, die seit Jahrzehnten immer wieder neu ausgewertet werden.

War der vorgeführte Harvey Lee Oswald wirklich der Schütze und wenn ja, handelte er wirklich alleine? War es nicht vielmehr eine Verschwörung, angezettelt vom allmächtigen Secret Service? Oder sehen wir hier die Handschrift des allgegenwärtigen Geheimbunds Illuminati, der insgeheim schon seit Jahrhunderten die Welt regiert?

Legendäre Worte Kennedys

Pflichterfüllung

„Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt.“ (Am 20. Januar 1961 in seiner Vereidigungsrede)

Mondlandung

„Jetzt ist es Zeit für ein großes, neues amerikanisches Vorhaben. (...) Ich glaube, diese Nation sollte es sich zum Ziel setzen, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond zu landen und sicher zur Erde zurückzubringen.“ (Am 25. Mai 1961 nach dem weltweit ersten Raumflug durch den sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin)

Frieden

„Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.“ (Am 25. September 1961 vor den Vereinten Nationen.)

Demokratie

„Diejenigen, die friedliche Revolution unmöglich machen, machen gewaltsame Revolution unausweichlich.“ (Am 13. März 1962 in einer Rede vor lateinamerikanischen Diplomaten.)

Wiedervereinigung

„In einer Situation des Wandels und der Herausforderung (...) hat jeder Bewohner West-Berlins die Pflicht, seinen Standpunkt zu überdenken und zu überlegen, welches Ziel die Stadt ansteuert und wie sie am besten dorthin gelangt (...) Wenn wir für die Zukunft dieser Stadt arbeiten wollen, dann lassen Sie uns mit den Gegebenheiten fertig werden, so wie sie wirklich sind, nicht so, wie sie hätten sein können und wir sie uns gewünscht hätten (...) Die friedliche Wiedervereinigung Berlins und Deutschlands wird daher weder rasch erfolgen noch leicht sein.“ (Am 26. Juni 1963 vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin.)

Berlin

„Vor zweitausend Jahren war der stolzeste Satz, den ein Mensch sagen konnte, der: "Ich bin ein Bürger Roms!" Heute ist der stolzeste Satz, den jemand in der freien Welt sagen kann: "Ich bin ein Berliner!" (...) Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: "Ich bin ein Berliner!"“ (Ebenfalls am 26. Juni 1963 am Schöneberger Rathaus.)

Am 50. Todestag von JFK wabern die verschiedensten Theorien weiter wie frischer Pulverdampf nach den tödlichen Schüssen in der Luft, und es sind immer diese „runden“ Jahrestage, an denen sich der Rauch noch einmal zu verdichten scheint. Immerhin drei Viertel der US-Bürger glauben Umfragen zufolge auch heute noch, dass die damals einberufene Warren Commission 1964 die Wahrheit nicht ans Tageslicht gebracht hat. Weil sie nicht konnte, weil sie nicht durfte, oder weil sie nicht wollte? Wer weiß das schon.

Für die Kommission war der Kommunist und Fidel Castro-Verehrer Oswald der Alleintäter. Die meisten Verschwörungstheorien haben dagegen den Secret Service als Hintergrund. Besonders populär: Die Unfall-Theorie. Nachdem Oswald das Feuer eröffnet hatte, habe ein Sicherheitsbeamte seinen Colt gezogen, um das Feuer zu erwidern. Als sein Fahrzeug plötzlich stoppte, verlor er das Gleichgewicht und unbeabsichtigt löste sich der fatale Schuss, der tatsächliche den 35sten Präsidenten der USA tötete. Beweise? Gibt es nicht wirklich, aber die Geschichte ist schauerlich schön.

Das alles ist ein gefundenes Fressen für Medien und Internet. Das Buch „Killing Kennedy: The End of Camelot“ von Bill O'Reilly und Martin Dugard ist auch ein Jahr nach Erscheinen noch ein Bestseller, schon den ganzen November sind die Kabelkanäle voll von TV-Dokumentationen. Hervorzuheben ist dabei die auf National Geographic, „Killing Kennedy“ nach der Vorlage von O'Reillys Buch. Oder „JFK: One P.M. Central Standard Time“, eine Hommage an den jungen Journalisten Walter Cronkite, der mit einen Kloß im Hals auf CBS die Nachricht verbreitete, brillant gespielt von George Clooney.

Kommentare (7)

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RoadRunner

22.11.2013, 18:49 Uhr

die Medien sprechen nie ueber den Jack-Ruby-Faktor. Jack Ruby musste Oswald zum Schweigen bringen bevor im gerichtlichen Verhoer aussagen wuerde.
Oswald wurde als Hitman angeheuert. Jack Ruby hatte auch enge Verbindungen zum Mossad.

Account gelöscht!

22.11.2013, 19:42 Uhr

Haben Sie einen überprüfbaren Beleg für ihre Behauptung?

einsundzweiistdrei

22.11.2013, 19:49 Uhr

Man muss eben 1 + 2 = 3 machen können.

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