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29.01.2012

18:27 Uhr

66 Tote in Syrien

Armee feuert mit Artillerie auf Bevölkerung

Die Gefechte in Syrien scheinen sich zu verschärfen: Augenzeugen berichten von regelrechten Strafkampagnen gegen Bürger, die Regierungsgegnern geholfen hatten. Allein am Sonntag gab es laut Menschenrechtlern 66 Tote.

Überläufer der syrischen Armee überwachen einen Protest in der Provinz Homs: Allein am Sonntag starben laut Menschenrechtsaktivisten 66 Menschen. dapd

Überläufer der syrischen Armee überwachen einen Protest in der Provinz Homs: Allein am Sonntag starben laut Menschenrechtsaktivisten 66 Menschen.

Beirut/DamaskusEinen Tag nach dem Abbruch der Beobachtermission der Arabischen Liga hat sich die Gewalt in Syrien massiv verschärft. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden allein am Sonntag 66 Menschen beim gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte und bei heftigen Gefechten getötet, unter ihnen 26 Zivilisten. Kämpfende Deserteure sprachen von den schwersten Gefechten seit Beginn der Proteste in Syrien.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle geht die Staatsmacht seit dem vorläufigen Stopp der Beobachtermission am Samstag wieder mit aller Härte gegen ihre Gegner vor. In den Provinzen Idleb im Nordwesten des Landes, in Deraa im Süden sowie in den Protesthochburgen Homs und Hama seien 26 Zivilisten getötet worden. Bei Gefechten und Angriffen seien zudem neun Deserteure, 26 Soldaten sowie fünf Angehörige der syrischen Sicherheitskräfte umgekommen.

Kommandeur Mahr Nueimi von der aufständischen Freien Syrischen Armee, die nach eigenen Angaben inzwischen rund 40.000 Soldaten zählt, und der Chef der in London ansässigen Beobachterstelle, Rami Abdel Rahman, berichteten am Sonntag übereinstimmend von schweren Gefechten nur wenige Kilometer vor der Hauptstadt Damaskus. Nach ihren Angaben waren es die heftigsten Auseinandersetzungen seit Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad vor mehr als zehn Monaten.

Laut Nueimi, der sich in der Türkei aufhält, ging die Armee zudem mit schwerer Artillerie gegen mehrere Orte der Provinz Damaskus vor. Vor allem die Einwohner der Stadt Rankus seien einer regelrechten Strafkampagne ausgesetzt, weil sie desertierten Soldaten Unterschlupf gewährt hätten. Ein Aktivist berichtete aus Rankus, die Armee habe die Stadt eingekesselt. Heckenschützen hätten sich auf Häuserdächern verschanzt und zielten wahllos auf Passanten.

Kommentare (2)

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kurzda

29.01.2012, 19:57 Uhr

Ich nehme an, das HB hat die Meldungen verifiziert. Oder sind das hier nur Behauptungen ?

Oliver_Stokk

29.01.2012, 21:57 Uhr

"Meldungen verifizieren"???
Das kostet doch Zeit und Geld! So macht man doch keine Geschäfte. Wo soll denn dann der Gewinn her? Wir leben ja nicht von Spenden!!!

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