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09.02.2014

13:03 Uhr

80 Tage Massenproteste

70.000 Regierungsgegner demonstrieren in Kiew

Das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt wird bereits seit 80 Tagen von prowestlichen Demonstranten belagert. Heute versammelten sich wieder zehntausende Regierungsgegner zu Protesten gegen die Staatsführung.

Mit Stöcken, Schilden, Helmen und Schutzwesten ausgestattet: Barrikade regierungsfeindlicher prowestlicher Demonstranten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. dpa

Mit Stöcken, Schilden, Helmen und Schutzwesten ausgestattet: Barrikade regierungsfeindlicher prowestlicher Demonstranten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

KiewIn der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben erneut zehntausende Anhänger der Opposition gegen die Staatsführung protestiert. Etwa 70.000 Regierungsgegner versammelten sich auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz in der Hauptstadt Kiew, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Damit beteiligten sich in etwa so viele Demonstranten an der Kundgebung wie eine Woche zuvor. Der Regierungsgegner Dmitro Bulatow wurde per Telefon zugeschaltet und rief die Demonstranten zum Durchhalten auf. "Wir habe nicht die Absicht, uns zu ergeben", sagt er unter dem Beifall der Menge. Bulatow, der nach eigenen Angaben verschleppt und gefoltert worden war, wird derzeit in Litauen medizinisch behandelt.

Das Zentrum Kiews wird seit 80 Tagen von den prowestlichen Demonstranten belagert. Anlass der Massenproteste war die Entscheidung von Präsident Viktor Janukowitsch, ein über Jahre mit der Europäischen Union ausgehandeltes Assoziierungs- und Freihandelsabkommen nicht zu unterzeichnen - und stattdessen eine engere Anbindung an Russland zu verfolgen.

Demonstranten heiraten in Kiew

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Kanzlerin Angela Merkel hatte gestern der ukrainischen Regierung von Viktor Janukowitsch bei weiterer Missachtung demokratischer Rechte mit Sanktionen gegen Einzelpersonen gedroht. Sie habe sich in Telefonaten mit Janukowitsch immer wieder dafür eingesetzt, dass Opposition und Machthaber miteinander sprechen, „um den Transformationsprozess friedlich ablaufen zu lassen“, sagte die CDU-Vorsitzende nach einer Parteivorstandsklausur in Erfurt. Für den Fall aber, dass Kiew Bürgerrechte weiter verweigert, schlägt die CDU vor, „dass die internationale Staatengemeinschaft personenbezogene Sanktionen gegen die Unterdrücker beschließt“.
Kiew hatte in der vorigen Woche nach einer Sanktionsdrohung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Zurückhaltung des Westens verlangt. Steinmeier hatte Sanktionen als Drohung in den Raum gestellt. Auch das EU-Parlament fordert gezielte Sanktionen gegen Politiker und Persönlichkeiten in der Ukraine, die für Übergriffe und den Tod von Demonstranten verantwortlich sind.

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