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20.11.2014

16:42 Uhr

9,4 Milliarden von Geberländern

Grüner Klimafonds steht

Die Bundesregierung hat die dritte Geberkonferenz für den Grünen Klimafonds ausgerichtet. Die Erwartung der Gastgeber wurde aber nicht ganz erfüllt. Einige Staaten wollen sich an der Finanzierung bisher nicht beteiligen.

Der Grüne Klimafonds (GCF) soll dazu beitragen, die globale Erwärmung durch die Finanzierung von Klimaschutz-Projekten zu verlangsamen. dpa

Der Grüne Klimafonds (GCF) soll dazu beitragen, die globale Erwärmung durch die Finanzierung von Klimaschutz-Projekten zu verlangsamen.

Berlin/WashingtonKurz vor dem Weltklimagipfel in Lima steht jetzt genug Geld für den Grünen Klimafonds (GCF) bereit. Das bedeutet, dass der Fonds im nächsten Jahr seine Arbeit aufnehmen kann. Die ursprünglich gesetzte Zielmarke von zehn Milliarden US-Dollar (7,9 Mrd Euro) wurde bei einer Geberkonferenz in Berlin am Donnerstag jedoch knapp verfehlt. Die Zusagen beliefen sich aktuell auf 9,4 Milliarden Dollar, teilte das Bundesentwicklungsministerium mit. Der GCF soll Projekte finanzieren, mit denen der Klimawandel verlangsamt werden soll. Ein Teil der Mittel soll verwendet werden, um die Folgen der globalen Erwärmung in den Entwicklungsländern abzupuffern.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) zeigte sich zuversichtlich, dass bis zum Jahresende noch weitere Zusagen gemacht werden, so dass der Fonds Anfang 2015 tatsächlich mit zehn Milliarden US-Dollar an den Start gehen kann.

Den größten Beitrag leisten die USA mit bis zu drei Milliarden Dollar. Deutschland hatte Zuschüsse in Höhe von 750 Millionen Euro zugesagt. Zu den Staaten, die am Donnerstag neue Kredite und Zuschüsse ankündigten, gehören Finnland, Neuseeland, die Mongolei und Spanien. Die größte Zusage kam bei dem Berliner Treffen von Großbritannien (1,2 Mrd US-Dollar).

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Das kleine Entwicklungsland Panama will eine Million Dollar einzahlen. Russland nahm zwar teil, wollte aber bisher noch nichts beisteuern. Keine Zusagen gibt es auch von Österreich und Belgien. China und Indien hatten erst gar keine Vertreter zu der Konferenz geschickt. Nach Einschätzung von Regierungsbeamten wollen einige Staaten ihre Beiträge erst auf der UN-Klimakonferenz in Lima Anfang Dezember verkünden.

Die ersten Fördermaßnahmen wird der Fonds nach Angaben von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) spätestens 2015 bewilligen. „Wenn es den Menschen nicht gehen soll wie den Dinosauriern, dann muss jetzt gehandelt werden“, sagte Müller. Antje von Brook, Klimaexpertin der Naturschutzorganisation BUND, mahnte: „Wird international Klimaschutz weiter verzögert, ist zu befürchten, dass am Ende das meiste Geld für Maßnahmen zur Anpassung an die schlimmen Folgen des Klimawandels ausgegeben werden muss.“

Die Menschheit darf nach einem neuen UN-Bericht gemeinsam nur noch eine Billion Tonnen Kohlendioxid ausstoßen, wenn sie katastrophale Folgen des Klimawandels verhindern wollen. Sobald diese Menge an CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen worden sei, werde die Temperatur im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung um mehr als zwei Grad steigen, heißt es einem Bericht des UN-Umweltprogramms Unep. Die Folge wären extreme Fluten, massenhafte Dürren und schmelzende Polarkappen. Zudem würden die Meeresspiegel steigen und Hunderte Millionen Menschenleben gefährden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Klaus Ermecke

21.11.2014, 10:40 Uhr

Das HANDELSBLATT als Sprachrohr der Scharlatane? Warum, liebe Herausgeber, wird eigentlich das Öko-Geschwätz nicht hinterfragt, bevor es gedruckt wird?

Klartext: Bei den im Artikel geschilderten Maßnahmen geht es darum, aus den relativ streng überwachten Staatshaushalten Geld abzuzweigen, um es in den mutmaßlich viel schwächer überwachten "Klimafond" weiterzuleiten. Von dort fließt es in Propagandasysteme sowie praktisch nicht mehr überwachbare "Projekte". Wieviel von diesem Geld wandert in die Korruption, wieviel "diffundiert" auf die Konten von Parteien und Politikern - auch in Deutschland? Wozu der ganze Quatsch überhaupt, wozu die "Treibhausblödelei", wie der gerade verstorbene Prof. Gerhard Gerlich es nannte?

Eines sollte - wenn man wenigstens ein bißchen von Physik versteht - sofort klar sein: "Erderwärmung" geht nicht - jedenfalls nicht ohne zusätzliche Energiezuführung. Warum? Weil die Erde (und vor allem die Atmosphäre!) ständig Energie ins Weltall abstrahlt. Die Abstrahlung von Materie ist aber (Beispiel Küchenherd) abhängig von der Temperatur. Die behauptete Erderwärmung um 2 Grad würde daher dazu führen, daß die Kühlleistung der Erde (also ihre Abstrahlung ins Weltall) zunimmt, und zwar grob überschlagen um 3 Prozent. Ingenieurstechnisch gesprochen steigt also die "Kühlleistung" von zuvor 100 auf 103 Prozent an.

Es wird sofort erkennbar, daß die Erde diesen Zustand niemals beibehalten könnte, weil jetzt ihr Energievorrat absinkt - die Temperaturen würden automatisch zurückgehen. Um sich überhaupt erwärmen zu können, braucht die Erde mehr "Heizleistung", und zwar eben jene 3 Prozent, die benötigt werden, um die steigende Kühlleistung zu kompensieren.

CO2 aber kann der Erde keine zusätzliche Heizleistung zuführen. Dafür benötigt wird die Sonne, deren Abstrahlung allerdings fast konstant ist. Es ist Wolkenbedeckung, die die Energiezuführung zum Erdboden steuert. Die schwankt sehr stark. Nur wird gerade DAS den Bürgern verschwiegen!

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