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14.08.2016

12:54 Uhr

90 Jahre alt

Fidel Castro feiert Geburtstag im Jogginganzug

Der Guerillero und Staatsmann ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Weltpolitik. Aus der Staatsführung hat er sich schon lange zurückgezogen. Doch an seinem Ehrentag tritt er noch einmal ins Rampenlicht.

Fidel Castro scherzt mit venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro. dpa

Feier in Havanna

Fidel Castro scherzt mit venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro.

An seinem 90. Geburtstag hat sich der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro erstmals seit vier Monaten wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Der frühere Präsident des sozialistischen Karibikstaats kam gemeinsam mit seinem Bruder und Nachfolger Raúl Castro sowie dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro zu einer Kultur-Gala ins Karl-Marx-Theater in Havanna.

Die rund 5000 Gäste skandierten „Fidel, Fidel“. Castro sah sich eine Tanz- und Gesangsdarbietung einer Kindergruppe an. Auch der Sänger Omara Portuondo vom Buena Vista Social Club trat auf. Am Ende sangen die Kinder Castro ein Geburtstagsständchen.

Zuletzt war der legendäre Revolutionsführer im April beim Parteitag der Kommunistischen Partei öffentlich in Erscheinung getreten. „Wir alle kommen an die Reihe“, sagte er damals und rührte einige Delegierten damit zu Tränen. „Vielleicht ist es eines der letzten Male, dass ich in diesem Saal spreche.“

Fidel Castro – seine berühmtesten Zitate

Oktober 1953

„Die Geschichte wird mich freisprechen.“

Mai 1958

„Ich war nie, noch bin ich jetzt Kommunist. Wenn ich das wäre, hätte ich genug Mut, um es zu sagen.“

1958

„Macht interessiert mich nicht. Nach dem Sieg will ich in mein Dorf zurückkehren und meine Karriere als Rechtsanwalt fortsetzen.“

April 1961

„Wir haben eine Revolution gemacht. Eine sozialistische Revolution vor der Nase der USA.“

1975

„Ich war immer ein großer Bewunderer von Christus, weil er der erste Kommunist war.“

September 1997

„Falle, wer fällt, sterbe, wer stirbt - die kubanische Revolution wird nie verschwinden.“

Juli 1999

„Unsere Prostituierten sind die kultiviertesten der Welt.“

Juli 2006

„Unsere Nachbarn im Norden sollen sich keine Sorgen machen. Ich habe nicht vor, mein Amt auszuüben bis ich 100 bin.“

Februar 2008

„Ich verabschiede mich noch nicht von euch. Ich will als ein Soldat der Ideen kämpfen.“

Nun gratulierten Verbündete und politische Weggefährten Castro zum Geburtstag. Russlands Präsident Wladimir Putin telefonierte am Samstag mit dem früheren Staatschef der sozialistischen Karibikinsel und betonte die enge Verbindung der beiden Länder.

Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega sagte, Castro habe sein ganzes Leben für Frieden und Gerechtigkeit gekämpft. Boliviens Präsident Evo Morales strich Castros Verdienst um die ganze Region heraus. „Die kubanische Revolution ist die Mutter der Revolution in Lateinamerika“, schrieb er auf Twitter.

Zehn wichtige Momente in Castros Leben

Der Beginn

Fidel Castro wird am 13. August 1926 auf dem Landgut Manacas in der Ortschaft Birán im Osten Kubas geboren. Er ist der Sohn eines spanischen Großgrundbesitzers und einer kubanischen Hausangestellten.

Studium

Castro studierte von 1945 bis 1950 Jura an der Universität von Havanna. Bereits während des Studiums engagiert er sich politisch. Nach dem Examen nimmt er den Kampf gegen Diktator Fulgencio Batista auf.

Angriff auf die Moncada-Kaserne

Am 26. Juli 1953 überfällt Castro mit einigen Getreuen die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba. Die Attacke misslingt und Castro wird kurz darauf festgenommen. Im Prozess spricht er die berühmten Worte: „Verurteilt mich. Es ist egal. Die Geschichte wird mich freisprechen.“

Guerilla-Kampf

Nach seiner Freilassung bereitet sich Castro mit seinen Anhängern in Mexiko auf den entscheidenden Schlag gegen Batista vor. Die Rebellen setzen auf der Jacht „Granma“ nach Kuba über. Nach jahrelangem Guerilla-Kampf in den Bergen stürzen sie den Machthaber an Neujahr 1959.

Invasion in der Schweinebucht

Mit der Unterstützung der USA greifen antikommunistische Exilkubaner am 17. April 1961 die Karibikinsel an. Die Invasion in der Schweinebucht misslingt. Die Regierung von US-Präsident John Kennedy muss mit Kuba über die Freilassung der Kriegsgefangenen verhandeln.

Kubakrise

Im Oktober 1962 bemerken die USA, dass die Sowjetunion Mittelstreckenraketen auf Kuba stationiert. Die Krise bringt die Welt an den Rand eines Atomkriegs. Schließlich zieht Moskau die Raketen wieder ab. Die USA versprechen im Gegenzug, nicht in Kuba zu intervenieren.

Tod von Che Guevara

Im Oktober wird Castros Kampfgefährte Ernesto „Che“ Guevara bei einem Gefecht in Bolivien getötet. Nach dem Sieg der Guerilleros auf Kuba hatte er verschiedene Regierungsämter inne. Später verließ er die Karibikinsel, um die Revolution in anderen lateinamerikanischen Ländern voranzutreiben.

Operation Carlota

Von 1975 bis 1988 beteiligen sich kubanische Interventionskräfte am Bürgerkrieg in Angola. Nach offiziellen Angaben unterstützen im Laufe der Jahre mehr als 350.000 Kubaner die Volksbewegung zur Befreiung Angolas (MPLA). Es ist der größte Auslandseinsatz der kubanischen Streitkräfte und trägt zum Niedergang des Apartheidregimes in Südafrika bei.

Sonderperiode

Nach dem Fall des Ostblocks büßt die kubanische Wirtschaft über 80 Prozent seines Außenhandelsvolumens ein und stürzt in eine tiefe Krise. Die „Sonderperiode“ ist von großen Entbehrungen gekennzeichnet. Mit Hilfe des Verbündeten Hugo Chávez in Venezuela und durch den Tourismus kommt Kuba auf die Beine.

Rückzug aus der Politik

2006 muss sich Castro einer komplizierten Operation unterziehen und gibt die Macht an seinen Bruder Raúl Castro ab. Zwei Jahre später übernimmt der Bruder offiziell die Staatsführung.

„Ich bin dankbar für all die Zeichen des Respekts, die Grüße und Geschenke, die ich in diesen Tag erhalten habe“, schrieb Castro in einem in der Parteizeitung „Granma“ veröffentlichten Artikel. „Das gibt mir die Kraft, mit Ideen zu antworten, die ich an die Mitglieder unserer Partei und nahe stehenden Organisationen übermitteln werde.“

Castro war offiziellen Angaben zufolge am 13. August 1926 in dem Ort Birán im Osten Kubas als unehelicher Sohn eines spanischstämmigen Großgrundbesitzers und dessen Hausangestellter zur Welt gekommen. Mit einer Guerillatruppe stürzte er den Diktator Fulgencio Batista und stand dann jahrzehntelang an der Spitze der sozialistischen Regierung. Nach einer komplizierten Operation 2006 zog er sich aus der Politik zurück und übergab die Macht an seinen Bruder Raúl Castro.

Von

dpa

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