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15.01.2010

13:34 Uhr

A400M-Diskussion

„Lösung nicht um jeden Preis“

Bis Ende Januar wollen die Vertragspartner gemeinsam mit EADS eine Lösung im A400M-Streit finden. Diese gebe es jedoch nicht um jeden Preis, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums nach dem Treffen der Staatssekretäre.

Computeranimation des A400M: Keine Rettung um jeden Preis. ap

Computeranimation des A400M: Keine Rettung um jeden Preis.

HB BERLIN. Die Abnehmerstaaten für den massiv verteuerten Airbus-Militärtransporter A400M halten den Druck auf den Hersteller hoch. Nach einem Treffen der Staatssekretäre in London erklärte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Freitag: „Alle Vertragsnationen halten an dem A400M-Programm fest - allerdings nicht um jeden Preis.“

Damit ließen die europäischen Kunden weiter keine Bereitschaft erkennen, sich den Forderungen des Herstellers Airbus zu beugen. Demnach sollen die Bestellnationen einen erheblichen Teil der Mehrkosten übernehmen. Die Zukunft des ursprünglich auf einen Festpreis von gut 20 Mrd. Euro veranschlagte Mammut-Programms bleibt damit vorerst in der Schwebe.

Die Staatssekretäre hätten sich „auf eine gemeinsame Position zum weiteren Vorgehen geeinigt“, sagte der Ministeriumssprecher in Berlin. Wie die Haltung aussieht, ließ er offen. Dazu sei Stillschweigen vereinbart worden. Er kündigte an, dass die sieben Vertragsstaaten für den A400M in den nächsten Tagen Vertreter von Airbus und dessen Mutterkonzern EADS zu einem Treffen einladen werden. Ziel sei es, bis Ende Januar zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung zu kommen.

Die Airbus-Mutter erklärte, sie gehe von einem Treffen in der kommenden Woche aus. Dann setzten sich Vertreter der Bestellnationen erneut zusammen. „Wir gehen davon aus, dass wir eingeladen werden“, sagte ein Unternehmenssprecher in Paris.

Deutschland ist mit 60 Maschinen der größte Abnehmer für den neuen Militärtransporter, der Mitte Dezember den Erstflug absolvierte. Daneben wollen Frankreich, Spanien, Großbritannien, die Türkei, Belgien und Luxemburg sowie als Exportkunde Malaysia kaufen. Einem Gutachten zufolge sind bei dem Programm mittlerweile zusätzliche Risiken von rund elf Mrd. Euro aufgetreten. Die Airbus-Mutter ist angeblich bereit, davon rund sechs Mrd. Euro zu tragen. Für die Restsumme von gut fünf Mrd. Euro sollen die Vertragsnationen aufkommen.

Insbesondere Deutschland pochte jedoch bislang auf die Einhaltung der getroffenen Ursprungsvereinbarung. Airbus-Chef Thomas Enders hatte vor wenigen Tagen erklärt, die Mehrkosten bedrohten die Existenz des ganzen Unternehmens. Das werde er nicht hinnehmen. Die Auftraggeber müssten daher finanziellen Zugeständnisse machen.

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