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24.01.2005

07:12 Uhr

Abbas: Abkommen mit Extremistengruppen „sehr nah“

Nahost: Friedensdialog kommt voran

Nach Worten von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist ein Abkommen mit den palästinensischen Extremistengruppen „sehr nahe“.

HB GAZA/JERUSALEM. In einem Interview, das am Sonntagabend vom Palästinensischen Satelliten Fernsehen ausgestrahlt wurde, sagte Abbas, der Dialog mit allen Gruppen, einschließlich Hamas und Islamischer Dschihad, habe große Fortschritte erzielt und werde bald zu einem Abkommen führen.

Abbas warf gleichzeitig der israelischen Regierung vor, den Einsatz der palästinensischen Sicherheitskräfte im Gazastreifen durch Straßensperren zu behindern. Seit Freitag sind 3000 Sicherheitskräfte im nördlichen Grenzgebiet im Einsatz.

Abbas kündigte an, er wolle sich mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon in den kommenden zwei Wochen treffen. Er sagte ferner, dass US-Präsident George W. Bush ihn ins Weiße Haus eingeladen habe, wann immer er kommen wolle. Ein solcher Besuch werde aber erst stattfinden, wenn es greifbare Ergebnisse in den palästinensisch-israelischen Gesprächen gebe.

Militante Palästinensergruppen erklärten sich in Verhandlungen mit Abbas grundsätzlich zu einem Gewaltverzicht gegen Israel bereit erklärt. Bedingung für eine Waffenruhe sei aber, dass Israel alle Angriffe einstelle, erklärten Vertreter der radikal-islamischen Hamas und des Islamischen Dschihad am Sonntag in der Stadt Gaza. Zuvor hatten sich auch einige Vertreter der Al-Aksa-Brigaden entsprechend geäußert.

Die israelische Armee könne Einsätze gegen militante Palästinenser aussetzen, wenn diese ihre Angriffe auf israelische Ziele einstellten, zitierten israelische Medien am Sonntag Scharon. „Wir haben keinen Grund zum Handeln, solange es ruhig ist“, sagte Verteidigungsminister Schaul Mofas. Er hatte im israelischen Rundfunk erklärt, Abbas habe ein palästinensisches Abkommen über etwa 30 Tage Waffenruhe ausgehandelt.

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