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16.01.2005

00:11 Uhr

Abbas als neuer Palästinenser-Präsident vereidigt

Abbas will Waffenruhe mit Israel aushandeln

Sechs Tage nach seiner Wahl hat der neue palästinensische Präsident Mahmud Abbas seinen Amtseid abgelegt. In seiner Antrittsrede machte er Israel für die Gewalt in den palästinensischen Gebieten verantwortlich.

HB BERLIN. Der neugewählte palästinensische Präsident Mahmud Abbas ist vereidigt worden. Die Zeremonie zur Amtseinführung fand am Samstag während einer Parlamentssitzung in Ramallah statt. Dort hatte der vor zwei Monaten verstorbene Präsident Jassir Arafat sein Hauptquartier.

In seiner Antrittsrede verurteilte Abbas die Gewalt in den palästinensischen Gebieten, für die er allerdings in erster Linie Israel verantwortlich machte. An die israelische Regierung gewandt sagte Abbas: «Wir wollen eine gegenseitige Waffenruhe, um diesen Teufelskreis zu beenden.» Israel hatte am Freitag nach einem neuen Anschlag radikaler Gruppen den Kontakt zur Palästinenser-Regierung abgebrochen.

Abbas sagte: «Wir sind zwei Völker, die dazu bestimmt sind, Seite an Seite zu leben und dieses Land zu teilen.» Er strecke Israel die Hand zum Frieden aus, allerdings müssten dazu die Militäroperationen in den Autonomiegebieten aufhören.

Noch während Abbas seine Antrittsrede hielt, wurden im Gazastreifen sieben Palästinenser, darunter mehrere Extremisten, von israelischen Soldaten getötet. Es gab bei den Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee mehrere Verletzte, darunter auch Kinder.

Nach der Rede sagte ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, Abbas habe «keine klaren und definitiven Schritte aufgezeigt, um den Terror gegen Israel zu beenden». Abbas war am vergangenen Sonntag mit 62,3 Prozent der Stimmen gewählt worden.

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