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21.09.2013

11:52 Uhr

Abdul Ghani Baradar

Pakistan lässt früheren Vizechef afghanischer Taliban frei

Pakistans Regierung hat den Forderungen Kabuls nachgegeben und den bislang ranghöchsten Taliban-Gefangenen freigelassen. Kann die Geste Friedensgespräche in Afghanistan beflügeln? Experten bezweifeln es.

Sein Land ließ zuletzt mehr als 30 afghanische Inhaftierte frei: Pakistans Ministerpräsident Sartaj Aziz Reuters

Sein Land ließ zuletzt mehr als 30 afghanische Inhaftierte frei: Pakistans Ministerpräsident Sartaj Aziz

IslamabadAuf Drängen Afghanistans hat Pakistan am Samstag den früheren Vizechef der radikalislamischen Taliban aus der Haft entlassen. Die Freilassung von Mullah Abdul Ghani Baradar solle zum Friedensprozess in Afghanistan beitragen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Islamabad. Nähere Details nannte er nicht.

Baradar war Anfang 2010 in einer gemeinsamen amerikanisch-pakistanischen Geheimdienstoperation in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi gefasst worden. Bis dahin war er der Stellvertreter von Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar gewesen. Er war somit der bislang ranghöchste Gefangene aus den Reihen der afghanischen Taliban. Wie Mullah Omar stammt Baradar aus der südafghanischen Provinz Urusgan. Sein genaues Alter ist nicht bekannt. Nach Polizei-Schätzungen ist er 44 oder 45 Jahre alt.

Die pakistanische Regierung hatte vor knapp zwei Wochen angekündigt, Baradar auf Antrag Kabuls freizulassen. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte dies bei seinem Besuch in Islamabad Ende vergangenen Monats gefordert. Die afghanische Regierung verspricht sich von Baradars Freilassung Impulse für einen Friedensprozess mit Mullah Omars Taliban. Der untergetauchte Taliban-Chef wird ebenfalls in Pakistan vermutet.

Karsai, der die Freilassung aller afghanischen Taliban-Kämpfer aus pakistanischer Haft fordert, bemüht sich seit Jahren um Friedensgespräche mit den Aufständischen. Diese lehnen aber direkte Verhandlungen mit seiner Regierung bislang ab. Die Taliban begründen dies damit, dass Karsai ein Handlanger der USA sei. Pakistan hat bereits mehrere afghanische Taliban aus der Haft entlassen. Experten bezweifeln jedoch, ob dies tatsächlich dazu beitragen kann, den Friedensprozess im Nachbarland in Gang zu bringen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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orakel

21.09.2013, 15:47 Uhr

Mit der Freilassung der Taliban Nr2 hat Pakistan also bereits einige Taliban freiglassen.

An den Händen all dieser Terroristen klebt Blut, jede Menge Blut.

Wie kann man nur solche Mörder freilassen, in der vagen Hoffung auf Aufnahme von Friedensverhandlungen?

Der afghanische Präsident sollte sich in Grund und Boden
schämen, daß er für die Freilassung des Taliban Baradar
interveniert hat.

Er hat damit seinem Land mit Sicherheit geschadet.

Mit Terroristen kann man keine venünftigen Gespräche führen, geschweige denn tragfähige Lösungen erarbeiten.

NUR EIN TOTER TERRORIST IST EIN GUTER TERRORIST!

Denn dann kann er nimanden mehr entführen, oder verletzen, oder ermorden.

So einfach ist das.

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