Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.03.2006

08:00 Uhr

Abdul Rahman

Konvertierter Afghane Rahman ist frei

Auf massiven internationalen Druck – auch aus Deutschland – ist der zum Christentum übergetretene Afghane Abdul Rahman aus dem Gefängnis nahe Kabul entlassen worden. Doch es ist unklar, ob der Mann damit endgültig vor dem Tod gerettet ist.

Abdul Rahman kurz nach der Gerichtsverhandlung am Sonntag. Foto: AP

Abdul Rahman kurz nach der Gerichtsverhandlung am Sonntag. Foto: AP

HB KABUL. Die Freilassung bestätigte die Staatsanwaltschaft am Dienstagmorgen in der afghanischen Hauptstadt. Rahman war wegen seines Abfalls vom islamischen Glauben in Kabul mit der Todesstrafe bedroht worden. Er hatte sich geweigert, zum Islam zurückzukehren. Unklar ist, ob Rahman vor seiner Entlassung für unzurechnungsfähig erklärt worden ist, was ihn letztlich vor dem Tod retten würde.

Das Gericht hatte den Fall am Sonntag an die Staatsanwaltschaft zurückverwiesen und weitere Untersuchungen über Rahmans Zurechnungsfähigkeit angeordnet. Ist Rahman für unzurechnungsfähig erklärt worden, müsste der Prozess gegen ihn eingestellt werden.

Nach der Scharia, der islamischen Rechtsordnung, auf der das afghanische Rechtssystem basiert, steht auf Abfall vom islamischen Glauben die Todesstrafe. Das gilt aber nur, wenn der Konvertit im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist. Rahman war vor zehn Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten. Nach Angaben des Gerichts hatte er vor seiner Rückkehr nach Afghanistan lange in Deutschland gelebt.

Deutschland, die USA und die EU hatten die afghanische Regierung gedrängt, für eine Rettung des 40- Jährigen zu sorgen. Auch Papst Benedikt XVI. hatte um Gnade für den Konvertiten gebeten.

Nach Angaben von Spiegel Online befindet sich der 41-Jährige auf einem Uno-Gelände in Kabul und soll noch heute außer Landes gebracht werden. Eine Quelle dafür nannte die Nachrichten-Website nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×