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08.01.2010

21:36 Uhr

Abdulmutallab

Flugzeug-Attentäter erscheint vor dem Richter

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ist am Freitag der verhinderte Flugzeugattentäter Umar Farouk Abdulmutallab erstmals vor einem Gericht in Detroit, US-Bundesstaat Michigan, erschienen. Der Richter verlas die Anklage gegen den jungen Nigerianer, der nach Aussagen eines Gerichtssprechers emotionslos wirkte.

Abdulmutallab vor der Grand Jury in den Augen des Gerichtszeichners. ap

Abdulmutallab vor der Grand Jury in den Augen des Gerichtszeichners.

HB WASHINGTON. Andere Augenzeugen hatten einen niedergeschlagenen Eindruck von dem 23-Jährigen. Eine Grand Jury (Anklagekammer) hatte ihn zuvor in sechs Punkten angeklagt, darunter wegen versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe und versuchten Mordes. Abdulmutallab bekannte sich nicht schuldig.

Der gesamte Gerichtstermin dauerte weniger als fünf Minuten. Ein Sprecher des Gerichts, Rod Hansen, beschrieb die Prozedur als "Routine". Abdulmutallab habe ruhig und ohne sichtbare Emotionen gesprochen. Er habe seinen Namen buchstabiert und seinen Bildungsstand erklärt. Abdulmutallab habe unter Schmerzmitteln gestanden. Seine Anwälte hätten jedoch beteuert, dass er der Anklage folgen könne. Die Rechtsvertreter des Nigerianers hätten keinen Widerspruch dagegen eingelegt, dass Abdulmutallab bis zum Prozessbeginn in Haft bleibt.

Andere Zeugen berichteten, Abdulmutallab habe die Anklage mit hängenden Schultern vernommen. Vor dem Gerichtsgebäude hatte sich in klirrender Kälte eine Gruppe von Muslimen mit Spruchbändern und US-Flaggen versammelt, um sich ausdrücklich von Terroraktionen zu distanzieren. Abdulmutallab droht im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft.

Bis zur Prozesseröffnung könnte es aber noch Monate dauern. In den meisten größeren Justizfällen folgt auf die Anklageverlesung noch eine Reihe von gerichtlichen Anhörungen, bevor schließlich das Hauptverfahren beginnt. Dieses dürfte nach Experteneinschätzung relativ kurz werden, weil die Beweislage klar sei: Abdulmutallab sei schließlich auf frischer Tat ertappt worden.

Der Angeklagte hatte am ersten Weihnachtstag versucht, in einer aus Amsterdam kommenden Delta/Northwest-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden und dabei selbst Verbrennungen erlitten. Den Sprengstoff hatte er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt. Er war von Mitreisenden überwältigt worden.

Am Donnerstag hatte US-Präsident Barack Obama die Verantwortung für die geheimdienstlichen Pannen im Vorfeld des Attentatsversuchs übernommen. Er machte zugleich klar, dass voraussichtlich keine Köpfe rollen werden. Nach ersten Untersuchungsergebnissen seien die Fehler und Versäumnisse nicht die Schuld einzelner Personen oder Einrichtungen, sondern ein Versagen des gesamten Sicherheitssystems. "Und wenn das System versagt, liegt das in meiner Verantwortung", sagte Obama.

Kommentare (1)

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Heini1946

09.01.2010, 00:27 Uhr

Hier wird offentsichtlich eine völlig verblödete Nummer aufgeführt. Ohne richtigen Pass, Nigeraner, vor dem die Dienste gewarnt haben, sein Vater gewarnt hat, die Engländer keine Einreise erlauben, besteigt mit Sprengstoff in der buchse und Zündhölzern die Deltamaschine. Hallo, da mach ich mich doch nass vor lachen. Und der Herr Obama übernimmt die Verantwortung für seinen Saftladen.
Des is ja ganz gescheit und es macht sich auch gut
wenn jemand die Verantwortung übernimmt. Aber vielleicht haben die wahren initiatoren ihm gezeigt,
daß er besser pariert mit seiner netten Familie, als zuviel Fragen zu stellen und womöglich daran denkt das Land zu regieren.
Meckie Messer... die im Schatten sieht man nicht...

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