Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2010

15:53 Uhr

Abfuhr

Seoul diktiert Bedingungen für Frieden

Südkorea erteilt seinem kommunistischen Nachbarn eine Abfuhr: Einen Friedensvertrag will Seoul nur schließen, wenn Nordkorea die atomare Abrüstung einläutet. Völkerrechtlich herrscht auf der Halbinsel noch der Kriegszustand - der Waffenstillstand von 1953 wurde nie ersetzt.

Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak wies das Friedensangebot des Nordens zurück. Reuters

Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak wies das Friedensangebot des Nordens zurück.

HB SEOUL. Südkorea hat den jüngsten Vorstoß Nordkoreas zu Gesprächen über einen Friedensvertrag zurückgewiesen. Das Außenministerium in Seoul bekräftigte am Dienstag, Verhandlungen könnten erst dann aufgenommen werden, wenn es Fortschritte bei der atomaren Abrüstung Nordkoreas gebe. Auch müsse das kommunistische Land erst wieder die abgebrochenen Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende seines Atomwaffenprogramms aufnehmen.

Nach dem Vorschlag Nordkoreas vom Montag sollte schon bald ein Friedensvertrag geschlossen werden - bevor das Land sein Atomprogramm aufgibt. Das Außenministerium in Pjöngjang hatte dabei in erster Linie die USA angesprochen. Der Abschluss eines Friedensvertrags würde die feindseligen Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA beenden und auch die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel befördern. Die Friedensgespräche könnten im Rahmen der Sechser- Verhandlungen oder auch außerhalb dieser Runde stattfinden.

Nordkorea hatte im April 2009 die Atomgespräche abgebrochen, zuletzt jedoch wieder Bereitschaft zur Rückkehr an den Verhandlungstisch gezeigt. Die koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da ein Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Korea-Kriegs (1950-53) bisher nicht durch einen Friedensvertrag ersetzt worden ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×