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24.10.2013

21:43 Uhr

Abhörskandale

NSA lauschte bei 35 Spitzenpolitikern

Neues aus dem Snowden-Fundus: Laut „Guardian“ hörte die NSA jede Menge Spitzenpolitiker ab. Namen werden in einem Dokument aus dem Jahre 2006 nicht genannt. Den Verdacht, dass bei Merkel gelauscht wurde, schürt das.

Merkel und Co.

Lauschangriff: 35 Spitzenpolitiker „angezapft“

Merkel und Co.: Lauschangriff: 35 Spitzenpolitiker „angezapft“

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London/BrüsselDer US-Geheimdienst NSA hat nach einem Zeitungsbericht die Telefon-Kommunikation von 35 internationalen Spitzenpolitikern überwacht. Die Nummern habe die NSA von einem Beamten der US-Regierung erhalten, schrieb der britische „Guardian“ am Donnerstag unter Berufung auf Unterlagen aus dem Fundus des Informanten Edward Snowden.

Seit Donnerstag sorgt der Vorwurf für Aufsehen, die NSA habe das Handy von Kanzlerin Angela Merkel abgehört. Das Thema steht auch beim EU-Gipfel in Brüssel im Mittelpunkt. Das Weiße Haus hatte betont, dass Merkels Telefon nicht überwacht werde - aber Angaben zur Vergangenheit abgelehnt.

Die Überwachungspraktiken der NSA

Kritik

Die Überwachungspraktiken des US-Auslandsgeheimdiensts NSA stehen seit der Enthüllung durch den Informanten und IT-Experten Edward Snowden in der Kritik. Einige Beispiele, über die Medien berichtet haben.

Beispiel 1: Internet

Nach Snowdens Enthüllungen zapfen die USA die Rechner von Internet-Firmen an, um sich Zugang zu Videos, Fotos, E-Mails und Kontaktdaten zu verschaffen. Der Datenhunger betrifft auch die Kommunikation in Europa, darunter Deutschland und Frankreich. Die Möglichkeit dazu bietet unter anderem das Spionageprogramm „Prism“.

Beispiel 2: Internet

Der Geheimdienst NSA und sein britischer Gegenpart GCHQ sollen in der Lage sein, einen Teil der Verschlüsselung und der Datentunnel im Internet zu knacken. Das soll nicht nur Online-Banking und Internet-Shops betreffen, sondern auch Internet-Dienstleister wie Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, AOL, YouTube, Skype, AOL und Apple.

Beispiel 3: Telefon

Telefon- und Videoverbindungen gelten ebenfalls als nicht sicher. So soll die NSA die Vereinten in New York abgehört und deren Videokonferenzanlage angezapft haben. Betroffen sei auch die EU-Vertretung bei den Uno.

Beispiel 4: Telefon

Der Geheimdienst soll auch Millionen chinesischer Mobilfunknachrichten sowie wichtige Datenübertragungsleitungen der Tsinghua-Universität in Peking ausspioniert haben. In Frankreich sollen Wirtschaft, Politik und Verwaltung betroffen sein - allein Ende 2012 und Anfang 2013 rund 70,3 Millionen Datensätze von Telefonverbindungen. In Mexiko sollen Regierungsmitglieder bespitzelt worden sein.

Das NSA-Dokument stamme aus dem Jahr 2006, schrieb der „Guardian“. Namen seien darin nicht genannt. Die Telefone der 35 Top-Politiker seien unter insgesamt 200 Nummern gewesen, die der Beamte dem Abhördienst übergeben habe. Diese Informationen hätten auch den Zugang zu weiteren Telefonnummern ermöglicht, hieß es. Die Überwachung habe allerdings wenig berichtenswerte Informationen gebracht.

Aus dem Papier gehe auch hervor, dass die NSA Beamte etwa des Weißen Hauses sowie des Außen- und Verteidigungsministeriums ermutige, ihr Telefonnummern ausländischer Politiker weiterzugeben.

Von

dpa

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

25.10.2013, 08:21 Uhr

"Aus dem Papier gehe auch hervor, dass die NSA Beamte etwa des Weißen Hauses sowie des Außen- und Verteidigungsministeriums ermutige, ihr Telefonnummern ausländischer Politiker weiterzugeben."

Tja, das zeigt wie leicht auch Staaten es den USA oder anderen "Überwachungsspezialisten" machen mit dem Abhören. In Deutschland mußte man ja erstmal klagen, bevor man nicht automatisch ins "amtliche" Telefonbuch gelistet wurde, und die Überwachungsdoktrim, jeder muß haftbar gemacht werden können, anderen in die Hände spielt.
Auch hier gehört ein Augenmerk drauf, ist ja nicht so das nur andere Länder abfischen, auch die eigenen Regierungen tun ja so als wäre der Bürger nur Datenvieh zum verfolgen.

Snowdenbewunderer

25.10.2013, 09:04 Uhr

Edward Snowden hat das Bundesverdienstkreuz verdient. Ohne ihn würde unsere Bundeskanzlerin weiterhin abgehört werden. Herr Gauck soll Zeigen ob er Eier in den Hosen hat !!

Freitag

25.10.2013, 10:04 Uhr

Ich habe aus sicherer Quelle erfahren, dass Edward S. aus seinem unerschöpflichen Fundus demnächst noch einen Schritt weitergehen wird. Er wird die wahre Identität des Osterhasen aufklären, enthüllen was läuft zwischen dem Weihnachtsmann und Frau Holle und zeigen dass Erich H., Adolf H. und Elvis P. nicht tot sind, sondern in Chile einen Luxuspuff namens Bernsteinzimmer betreiben... Guter Mann!

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