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26.07.2012

18:52 Uhr

Abkommen mit den USA

Gemeinsam gegen Steuerhinterzieher

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und die USA vereinigen sich im Kampf gegen Steuerhinterziehung. Die sechs Länder erarbeiteten ein Abkommen, das zum Vorbild eines globalen Systems werden könnte.

Für Steuerhinterzieher wird es holprig: Die USA und Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien tauschen Kontodaten von Steuerpflichtigen aus. dpa

Für Steuerhinterzieher wird es holprig: Die USA und Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien tauschen Kontodaten von Steuerpflichtigen aus.

Die großen EU-Länder und die USA wollen Steuerhinterziehern mit einer engeren Zusammenarbeit das Handwerk legen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und die USA erarbeiteten ein Musterabkommen für bilaterale Vereinbarungen, das die Basis für einen besseren Austausch von Informationen über steuerliche Vorgänge bieten soll.

In einer gemeinsamen Erklärung, die das Bundesfinanzministerium am Donnerstag verbreitete, heißt es: „Dies ist ein wichtiger Schritt zu einem einheitlichen Ansatz zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung durch automatischen Informationsaustausch."

Die sechs Länder wollen in Kooperation mit weiteren Staaten, der OECD und gegebenenfalls auch mit der EU „gemeinsame standardisierte Melde- und Sorgfaltspflichten" erarbeiten. Ziel ist es, zu einem globalen System zu kommen, mit dem die Steuerhinterziehung so effizient wie möglich bekämpft werden kann.

Das Musterabkommen schafft den Rahmen dafür, dass bestimmte Kontodaten durch die Finanzinstitute an die jeweiligen Steuerbehörden gemeldet werden. Anschließend sollen die betreffenden Daten gemäß den bilateralen Doppelbesteuerungs- und Steuerinformationsabkommen untereinander ausgetauscht werden.

Konkret verpflichten sich die fünf europäischen Staaten jeweils, von den bei ihnen ansässigen Banken Informationen über Konten, die von US-Bürgern gehalten werden, zu erheben und den US-Behörden zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug stellen die USA Informationen über Zins- und Dividendeneinkünfte von Bürgern der Partnerländer zur Verfügung.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Ludwig500

26.07.2012, 19:22 Uhr

Das ist ein positiver erster Schritt. Ich hoffe, ein weiterer wird politischer Druck auf Steuerparadiese sein.

Es kann nicht sein, dass z.B. die Schweiz ein Inlandsgesetz so auslegt, dass es zwangsläufig ausländisches Kapital anzieht und Steuerflucht fördert.

Allein, mir fehlt der Glaube, so lange Politik mit Grosskapital bestens vernetzt ist wird sich nichts grundsätzliches ändern.

Account gelöscht!

26.07.2012, 19:49 Uhr

Das sind ja mal gute Nachrichten.
Vielleicht hat ja allein diese Meldung schon einen Effekt. Mal schauen was die Stats dazu in einigen Monaten sagen.

Exilant

26.07.2012, 20:11 Uhr

Nonsense @Ludwig. Glauben Sie etwa die Welt will deutsche Steuersätze? Eben deswegen, hat jeder souveräne Staat, selbstverständlich auch die Schweiz, die Steuerhoheit.

Sie zäumen das Pferd von hinten auf. Viel vernünftiger für alle deutschen Steuerzahler wäre es, wenn der deutsche Staat endlich seine Hausaufgaben macht und den Verwaltungsaufwand/Staatsquote senkt um durch niedrigere Steuern im internationalen Steuerwettbewerb attraktiver zu werden.

Die Staatsquote in der Schweiz ist chronisch tief. Soll hier der erfolgreiche Staat vor Steuergeldverschwendern kapitulieren? Nein! Saniert eure maroden Haushalte alleine!


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