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29.11.2012

13:09 Uhr

Abkommen rückt näher

EU führt Freihandelsgespräche mit Japan

Der Abbau von Zöllen könnte die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Japan verbessern. Die EU-Kommission soll mit den Asiaten über ein Freihandelsabkommen sprechen. Davon sind nicht alle Branchen begeistert.

Die Automobilhersteller in der EU fürchten die Konkurrenz aus Japan. dapd

Die Automobilhersteller in der EU fürchten die Konkurrenz aus Japan.

BrüsselDie EU will nach Diplomatenangaben mit Japan ein Freihandelsabkommen verhandeln. Die zuständigen Minister gaben am Donnerstag in Brüssel der EU-Kommission grünes Licht, Verhandlungen mit Japan aufzunehmen, wie Diplomaten sagten. Handelskommissar Karel De Gucht hatte dafür geworben, weil Europa durch den Abbau von Zöllen und anderen Hemmnissen seine Exporte nach Japan um ein Drittel erhöhen könnte. Wann die Verhandlungen aufgenommen werden, ist noch offen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) begrüßte das Votum. Vom Freihandel mit Japan könnten „unsere Unternehmen und damit unser Land profitieren", erklärte er in Berlin. In bestimmten Industriezweigen wie der Autobranche gibt es aber auch Befürchtungen vor der dann noch größeren Konkurrenz aus Fernost.

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Noch im Juli hatten die Regierungen mehrheitlich gegen offizielle Verhandlungen gestimmt, weil sie mit den Zugeständnissen der Japaner nicht zufrieden waren. EU-Handelskommissar Karel de Gucht machte aber weiter Druck.

Ein Freihandelsabkommen zwischen den beiden Schwergewichten der Weltwirtschaft hätte große Bedeutung: Die EU-Kommission schätzt, dass durch den erleichterten Warenaustausch Europas Wirtschaftsleistung mittelfristig um 0,75 Prozent steigen würde. Japan ist international zwar zurückgefallen, verfügt aber immer noch über die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Laut EU-Kommission könnte der Freihandel mit dem Land die europäischen Exporte dorthin um fast ein Drittel beflügeln – das entspricht einem Volumen von rund 14 Milliarden Euro jährlich. Bis zu 400.000 neue Jobs könnten in der Folge entstehen. Im Gegenzug wüchsen die Importe aus Japan um etwa 30 Prozent – vor allem die japanische Autoindustrie dürfte profitieren.

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