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11.12.2011

20:26 Uhr

Abnehmer USA

EU stoppt Export von Todesspritzen-Wirkstoff

Europäische Unternehmen beliefern die USA schon länger mit einem zentralen Wirkstoff für Todesspritzen. Doch damit soll bald Schluss sein: Laut eines Zeitungsberichts will die EU die Ausfuhr in die Staaten einschränken.

Die sogenannte „Todeskammer“ in Texas: Die USA müssen einen zentralen Wirkstoff für ihre Todesspritzen vermehrt aus dem Ausland importieren. ap

Die sogenannte „Todeskammer“ in Texas: Die USA müssen einen zentralen Wirkstoff für ihre Todesspritzen vermehrt aus dem Ausland importieren.

MünchenDie USA werden sich laut der „Süddeutschen Zeitung“ einen zentralen Wirkstoff für die Todesspritze nicht mehr in der Europäischen Union beschaffen können. Eine Ausfuhr des Betäubungsmittels Thiopental-Natrium aus der EU solle von Freitag an nur noch mit einer Sondergenehmigung möglich sein, berichtet das Blatt. Zu diesem Zeitpunkt solle eine neue, einheitliche Ausfuhrgenehmigungspflicht für alle kurz- und mittelfristig wirkenden Barbitursäuren im offiziellen EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.

Das schnell wirksame Narkosemittel Thiopental-Natrium sei eine davon. Mit dem Mittel werden in Ohio und Washington zum Tode verurteilte Straftäter hingerichtet. In 33 anderen US-Bundesstaaten ist Thiopental zentraler Bestandteil des Gift-Cocktails. Allerdings ist das Mittel in den USA seit einigen Monaten Mangelware. Der einzige US-Hersteller Hospira weigert sich, sein Produkt weiterhin für die Todesspritzen zur Verfügung zu stellen.

Wegen des Mangels verschieben die Behörden immer wieder Hinrichtungen und versuchen, das Mittel im Ausland zu bekommen, beispielsweise in Europa. Dass die EU künftig Lieferungen an Staaten außerhalb der Union nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung zulässt, geht laut der Zeitung auf die Initiative von Menschenrechtsgruppen und anderen Organisationen zurück.

Als prominentester Unterstützer in der Bundesregierung gilt Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Schon als Gesundheitsminister hatte er die deutschen Hersteller von Thiopental aufgefordert, das Mittel nicht an die USA zu verkaufen. Nach seinem Wechsel ins Wirtschaftsressort setzte er sich bei der EU-Kommission für eine Exportkontrolle von Thiopental ein.

Von

afp

Kommentare (1)

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boludo2011

11.12.2011, 21:30 Uhr

Insoweit ist der Artikel zu korrigieren: Die Produktionsanlage in den USA ist explodiert und die EU
Hersteller kommen mit der Produktion nicht nach, haben daher kein Interesse am Export in die USA.
Die o. erwähnten Gründe sind nur vorgeschoben.

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