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31.01.2017

21:46 Uhr

Abrechnung mit dem US-Präsidenten

Gaucks Appell an Trump

VonKlaus Stratmann, Dana Heide

Der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck nutzt die feierliche Stabübergabe von Ulrich Grillo an Dieter Kempf an der Spitze des Bundesverbandes der Deutschen Industrie für eine Abrechnung mit dem US-Präsidenten.

Der Bundespräsident fand im Deutschen Historischen Museum in Berlin klare Worte in Bezug auf die Politik des US-Präsidenten. dpa

Joachim Gauck

Der Bundespräsident fand im Deutschen Historischen Museum in Berlin klare Worte in Bezug auf die Politik des US-Präsidenten.

BerlinBundespräsident Joachim Gauck setzt sich zum Abschluss seiner Amtszeit vehement für freien Handel ein und kritisiert die Abschottungspolitik von Donald Trump. „Mit dem Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten steht zu befürchten, dass gerade jenes Land, das den wichtigsten Absatzmarkt für deutsche Exporte darstellt, sich von den Prinzipien des Freihandels entfernen könnte“, sagte Gauck am Dienstagabend bei einem Gala-Abend des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin. „Protektionistische Maßnahmen mögen auf kurze Sicht manchmal durchaus positive Effekte auf eine Volkswirtschaft haben. Ihre langfristigen Folgen jedoch sind negativ“, sagte Gauck.

Versuche, sich nach einfachen, populistischen Rezepten abzuschotten und die Globalisierung zurückzuschrauben, könnten „verheerende Auswirkungen“ haben, warnte der scheidende Bundespräsident. „Würden über Jahrzehnte abgetragene Barrieren wieder entstehen, wäre das ein Rückschlag für uns alle – und gerade für uns in Deutschland“, sagte Gauck.

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Gauck war Ehrengast der Gala anlässlich der Amtsübergabe von BDI-Präsident Ulrich Grillo an Dieter Kempf. Grillo, Chef und Inhaber der Duisburger Grillo-Werke, hatte für zwei Amtszeiten von je zwei Jahren an der Spitze des mächtigen Wirtschaftsverbandes gestanden. Dieter Kempf, der mehr als zwei Jahrzehnte das Nürnberger Softwarehauses Datev geleitet hat, hat die BDI-Führung zum Jahreswechsel von Grillo übernommen.

„Werden neue Mauern errichtet statt alte zu schleifen, ziehen sich Gesellschaften, die bisher von Technologie, Innovation, Austausch in unvorstellbarem Maße profitiert haben, ins nationale Schneckenhaus zurück, statt die Zusammenarbeit zum Wohle aller zu suchen – dann ist die Welt, wie wir sie kennen und wie wir sie schätzen, bedroht“, warnte Gauck. „Lassen Sie uns diesen Kräften der Abschottung entschlossen und gemeinsam gegenübertreten“, sagte er zum Schluss seiner Rede. Gauck spricht der deutschen Wirtschaft damit aus dem Herzen.

Kommentare (1)

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Herr Chris Adam

01.02.2017, 10:02 Uhr

Toll, der studierte Theologe erklärt uns die Wirtschaft. Aber gut, dass Journalisten und Politiker und führende Kräfte in der Wirtschaft vom offenen Handel und Globalisierung begeistert sind ist klar. Das ist wie Deutschland und dem Euro. Wer gewinnt beschwert sich nicht. Und wer will nicht noch das 5te Auto dank Globalisierung vor dem Haus stehen sehen, WENN man sichs leisten kann.

Die Verlierer werden, wie überraschend, eher selten gefragt. Wieso haben wohl soviele Trump gewählt, wieso die AfD, wieso Wilders usw? Weil es nicht nur Gewinner gibt. Ganz da oben wo die Eliten sind ist der Welthandel geil, wenn man aber seinen schon nicht prall bezahlten Job verliert weil die Buchhaltung nach Tschechien verlegt wird, sieht man dem ganzen dann leider doch nicht so rosig entgegen.

Und man sollte sich wirklich die frage stellen wofür das alles. Noch ein Auto mehr? Straußensteak ist einfach viel besser? 2m Diagonale beim TV müssens auch sein? Ja, mit viel Geld ist das alles geil. Mit wenig Geld leider um ein tausendfaches ungeiler.

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