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19.01.2012

11:40 Uhr

Abrüstungsabkommen

US-Armee vernichtet Großteil ihrer Chemiewaffen

Am Wochenende werden 90 Prozent der US-Bestände vernichtet sein. Allerdings hält sich Washington nicht an die vereinbarte Frist: Statt im kommenden April soll die Abrüstung erst im Jahr 2021 abgeschlossen sein.

Russische Offiziere prüfen Chemiewaffen-Kanister auf Lecks. Auch diese Bestände sollen zerstört werden. Reuters, Sascha Rheker

Russische Offiziere prüfen Chemiewaffen-Kanister auf Lecks. Auch diese Bestände sollen zerstört werden.

StocktonDas US-Heer hat 90 Prozent seiner Chemiewaffen zerstört, wenn am Wochenende entsprechende Arbeiten auf einem Stützpunkt im US-Staat Utah beendet sind. Dort war bislang das größte Lager an giftigen Kampfstoffen, die sich seit dem Kalten Krieg angesammelt hatten. In einem Spezialofen wurden am Mittwoch bei 815 Grad die letzten 23 Projektile mit Senfgas im Deseret Chemical Depot in der Wüste unschädlich gemacht.

Auf dem Stützpunkt lagerten einst bis zu 13.600 Tonnen Chemiewaffen. Die verbleibenden zehn Prozent der Waffen werden laut USA erst bis 2021 zerstört. Sie lagern in Arsenalen in Pueblo in Colorado und Richmond in Kentucky.

„Es erfüllt mich mit großer Freude und Zufriedenheit“, sagte der Projektmanager im Lager, Ted Ryba, als die letzten Senfgas-Granaten auf einem Förderband aus dem Ofen kamen. Am Wochenende sollten noch Waffen mit Lewisit zerstört werden, einer Substanz, die Haut, Augen und Lungen schädigen kann. Die Zerstörung der Kampfmittel ist Bestandteil eines internationalen Abkommens zur weltweiten Vernichtung derartiger Waffen. Gemäß des Abkommens, das eher zögerlich umgesetzt wird, sollte die Abrüstung bereits am 29. April abgeschlossen sein. Es wird jedoch noch Jahre dauern, bis alle Vertragspartner ihre Chemiewaffen-Arsenale zerstört haben.

Nach Angaben der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen in Den Haag in den Niederlanden hat Russland beispielsweise erst 48 Prozent seines umfangreichen Arsenals zerstört. Auch Libyen wird die Frist zur Zerstörung seiner Chemiewaffen nicht einhalten, da der Bürgerkrieg die Arbeiten unterbrach und zudem mehr Waffen als angegeben ans Tageslicht brachte, erklärte der Direktor der Arbeitsgruppe für Chemiewaffen, Craig Williams, in Berea im US-Staat Kentucky. Dennoch sieht er das Abkommen insgesamt als Erfolg. „Von 194 Staaten auf dem Planeten haben 188 den Vertrag unterzeichnet. Es ist eine eindrucksvolle Leistung und ein großer Schritt für die Sicherheit auf der Erde“.

Chemiewaffen kamen im Ersten Weltkrieg erstmals zum Einsatz. Zwischen 1914 und 1918 kamen geschätzte 90.000 Soldaten durch derartige Waffen um. Der Einsatz chemischer Kampfstoffe durch das Regime des ehemaligen irakischen Diktators Saddam Hussein 1988 gegen Kurden im Nordirak gab den Anstoß zur Ausarbeitung des Chemiewaffensperrvertrages 1997. Soweit bekannt, haben die US-Streitkräfte keine Chemiewaffen im Einsatz verschossen. Allerdings wird die umfangreiche Nutzung des Entlaubungsmittels Agent Orange in Vietnam von manchen als Chemiewaffeneinsatz gewertet, sagte Williams.

 

Von

dapd

Kommentare (1)

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Pendler

19.01.2012, 11:56 Uhr

Nach bisher nicht bestätigten Meldungen aus den Reihen des U.S. Pentagon sollen diese Bestände im Rahmen des erwünschten IRAN Konflikts beseitigt werden.



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