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06.01.2011

00:19 Uhr

Abschied aus dem Weißen Haus

Ex-Fed Chef Paul Volcker nimmt seinen Hut

Der personelle Umbau im Weißen Haus nimmt immer mehr Fahrt auf. Jetzt will auch der frühere Notenbankchef Paul Volcker seinen Hut nehmen. Er war einer der Spitzenberater von Obama in der Wirtschaftskrise und spielte eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung des Gesetzes zur Finanzmarktregulierung.

Muss seinen Personalstab neu organisieren: US-Präsident Barack Obama Reuters

Muss seinen Personalstab neu organisieren: US-Präsident Barack Obama

HB/mzi WASHINGTON. Der frühere Chef der US-Notenbank, Paul Volcker, will seine Rolle als Sonderberater von US-Präsident Barack Obama in Wirtschaftsfragen aufgeben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von mit der Entscheidung vertrauten Personen. Der 83-jährige Volcker sitzt dem Economic Recovery Advisory Board vor. Dieses Gremium soll der Regierung dabei helfen, die US-Wirtschaft aus der Krise zu steuern.

Volcker habe sich selbst zur Aufgabe dieses Amtes entschlossen, hieß es. Voraussichtlich werde Obama den Rücktritt Volckers am Freitag bekanntgeben.

Anfang der 80er Jahre gelang es Volcker als Chef der Federal Reserve, in den USA zweistellige Inflationsraten durch eine Serie kräftiger Zinserhöhungen in den Griff zu bekommen. Zuletzt wurde sein Name vor allem durch die sogenannte "Volcker Rule" bekannt, die den riskanten Eigenhandel der Banken stark einschränkte. Volcker war die treibende Kraft hinter dieser Reform, die dazu beitragen soll, weitere Finanzkrisen zu verhindern.

Mit dem Abtritt von Volcker nimmt der Umbau des inneren Zirkels um Präsident Obama noch weiter Fahrt auf. Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass Obamas Pressesprecher Robert Gibbs seinen Posten räumt und eine private Beratungsfirma gründen wird. Schon länger steht zudem das Ausscheiden von David Axelrod fest, Obamas vielleicht engster Berater im Weißen Haus. Bereits im Herbst war klar, dass Wirtschaftszar Larry Summers und Stabschef Rahm Emanuel ihre Ämter abgeben. Zur Halbzeit seiner Präsidentschaft steht Obama damit vor einer umfassenden Neuorganisation seines Personaltableaus im Weißen Haus.

Kommentare (4)

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mono_01

06.01.2011, 09:32 Uhr

Volcker raus, Goldman Sachs und JP.Morgan ´rein? Der beste Weg die beraterlaufbahn nach dem Amt zu gewährleisten.
Tony blair hat ja auch gerade für seine Kuwaitberatung schlappe 43 Millionen von JP.Morgan kassiert, na also, geht doch.

Stefan L. Eichner

06.01.2011, 11:09 Uhr

Volcker hatte bei der Finanzmarktreform eigentlich immer eine glasklare Linie und er ist ein harter Knochen. in welch desolatem Zustand muss die US-Regierung sein, wenn jetzt sogar dieser Mann aufgibt und sich zurückzieht? Und wie schlecht muss es um die USA wirklich stehen? Sieht Volcker keine Chance mehr für sich, die Entwicklung in den USA positiv zu beeinflussen oder hat sein Rückzug andere Gründe? Wie auch immer, der beraterschwund ist schon besorgniserregend, vor allem auch deswegen, weil er scheinbar eine Art beratungsvakuum zu hinterlassen scheint.

Grundschule

06.01.2011, 12:26 Uhr

"...das Ausscheiden von David Axelrod fest, Obamas vielleicht engster berater im Weißen Haus"

"von" steht mit dem dritten Fall.

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