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10.12.2013

13:02 Uhr

Abschied von Nelson Mandela

„Leuchtfeuer der Hoffnung“

Nelson Mandela ist eine herausragende Figur der Geschichte, er bleibt ein Lehrer für die ganze Menschheit. Auf der Trauerfeier hieß es: „Wir werden dich vermissen, aber wir wissen, dass du auf uns aufpasst.“

Goodbye „Madiba“

Die Welt verabschiedet sich von Mandela

Goodbye „Madiba“: Die Welt verabschiedet sich von Mandela

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JohannesburgMit einer bewegenden Trauerfeier haben Südafrika und die Welt Abschied von Nelson Mandela genommen. Rund 90 Staats- und Regierungschefs, Familienangehörige und Zehntausende Südafrikaner würdigten im FNB-Stadion von Johannesburg den im Alter von 95 Jahren gestorbenen Freiheitshelden und Friedensnobelpreisträger. Ein „Leuchtfeuer der Hoffnung und der Menschenrechte“ nannte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon den Kämpfer gegen die Rassentrennung. „Nelson Mandela hat uns den Weg gewiesen.“ Daraus resultiere nun die Verpflichtung, seinem Beispiel zu folgen.

Strömender Regen begleitete am Dienstag die zentrale Trauerfeier. Wegen des schlechten Wetters waren weniger Menschen als erwartet gekommen. Unter den Trauergästen waren US-Präsident Barack Obama, Bundespräsident Joachim Gauck und viele andere Staatsgäste aus aller Welt, so auch der kubanische Präsident Raúl Castro.

Stationen aus Mandelas Leben

18. Juli 1918

Rolihlahla („Der Unruhestifter“) Dalibhunga Mandela – er erhielt später den Vornamen Nelson – wird in dem Dorf Mvezo in der östlichen Kap-Region geboren. Sein Vater ist Stammesführer der Tembu.

1938

Er beginnt sein Jurastudium an der Universität für Farbige in Fort Hare. Es folgen die Universitäten von Witwatersrand und Pretoria, wo er 1942 sein Studium abschließt.

1944

Mandela schließt sich der schwarzen Widerstandsbewegung gegen die südafrikanische Apartheidpolitik an und wird Mitglied des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC).

1962

Wegen illegaler Auslandsreisen und wegen Streikaufrufs wird Mandela zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

1964

Festnahme nach mehr als einjähriger Flucht. Ein Gericht beschuldigt Mandela wegen der Vorbereitung eines bewaffneten Aufstands als Hochverräter und verurteilt ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe auf der Gefängnisinsel Robben Island.

1990

Staatspräsident de Klerk hebt das ANC-Verbot auf und entlässt Mandela am 11. Februar nach 27 Jahren Haft aus dem Gefängnis. 17 Jahre davon saß er mit der Häftlingsnummer 466/64 auf Robben Island.

Dezember 1993

Mandela und de Klerk erhalten den Friedensnobelpreis für ihre „Verdienste um den friedlichen Übergang zu einer multirassischen Demokratie in Südafrika“.

April 1994

Erste Parlamentswahl nach dem Ende der Apartheid. Der ANC geht mit 62 Prozent der Stimmen als klarer Sieger hervor. Mandela wird Staats-, de Klerk Vizepräsident.

14. Juni 1999

Mandela zieht sich aus der aktiven Politik zurück.

11. Juli 2010

Mandela letzter öffentlicher Auftritt bei der Schlussfeier der Fußball-WM in Johannesburg.

5. Dezember 2013

Nelson Mandela stirbt um 20:50 Uhr Ortszeit (19:50 Uhr MEZ) in seinem Haus in Johannesburg.

Obama wurde mit großem Jubel empfangen. Dagegen wurde Südafrikas Präsidenten Jacob Zuma immer wieder ausgebuht. Sobald das Bild Zumas auf den Stadion-Fernsehschirmen gezeigt wurde, kam es zu heftigen Missfallensäußerungen.

Ban Ki-Moon bezeichnete Mandela in seiner Rede als „Helden für die Welt“ und einen „Vater Südafrikas“. Angehörige Mandelas würdigten den Verstorbenen als Halt und Fels der Familie. Er wünsche sich, dass die Botschaft Mandelas der Friedfertigkeit noch lange in der Welt nachhallen werde, so General Thanduxolo Mandela. Der Vizechef der Regierungspartei ANC bezeichnete Mandela als einen „Lehrer“ für seine Landsleute. „Tun wir alles, dass Madibas Traum nicht stirbt“, sagte er.

Der Leichnam des Friedensnobelpreisträgers war nicht im Stadion aufgebahrt. Er wird am Sonntag im Dorf Qunu im Süden des Landes beigesetzt. Der erste schwarze Präsident Südafrikas war am Donnerstag nach langer Krankheit gestorben. „Er blieb ein einfacher Mann des Volkes“, sagte Thanduxolo Mandela. „Er war ein Sohn Afrikas.“

Abschied von Mandela: Südafrika trauert farbenfroh

Abschied von Mandela

Südafrika trauert farbenfroh

Selbst der Himmel weint: Die Trauerfeier für Mandela versinkt im Regen. Doch Südafrika feiert seinen Nationalhelden in bunten Farben und mit lauten Stimmen - und das Netz trauert würdevoll mit.

Schon in den frühen Morgenstunden waren viele Südafrikaner unter grauem Himmel in das von Polizei großflächig abgesicherte Stadion im Johannesburger Stadtteils Soweto gekommen. Manche hatten die ganze Nacht vor dem Stadion verbracht, um auf jeden Fall dabei zu sein. Am Morgen dann strömten immer Menschen singend und tanzend ins Stadion, trugen südafrikanische Fahnen und Bilder Mandelas. „Ich musste heute kommen, um den Mann zu ehren, der gekämpft hatte, damit unser Land frei ist“, sagte Thuto Motsepe. Immer wieder sangen die Menschen die Worte „Tata Mandela“ (Vater Mandela).

Zur Trauerfeier war nach Angaben der südafrikanischen Regierung die größte Zahl von Staatsoberhäuptern in der Geschichte zusammengekommen. Der Sprecher des südafrikanischen Außenministeriums, Clayson Monyela, sprach von enormen organisatorischen und logistischen Herausforderungen. Bei der Großveranstaltung kam es zunächst zu keiner der befürchteten Pannen oder Zwischenfällen. Die Feier hatte allerdings mit einer Stunde Verspätung begonnen. Der Trauerakt wurde an vielen Orten im Land auf Großleinwänden übertragen.

Von

dpa

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