Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2016

15:55 Uhr

Abschuss der MH17

Anwalt verklagt Putin auf 330 Millionen Dollar

Nach wie vor ist nicht geklärt, wer die MH17 über der Ostukraine abgeschossen hat. Jetzt verklagt ein Luftfahrt-Anwalt Putin und Russland. Der Anwalt verweist auf eine eindeutige Beweislage.

Die Boeing der Gesellschaft Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war im Juli 2014 in der Ostukraine über einem Gebiet in der Hand prorussischer Rebellen abgeschossen worden. Dabei starben alle 298 Insassen, darunter neben zahlreichen Niederländern auch 28 Australier. dpa

Flug MH17

Die Boeing der Gesellschaft Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war im Juli 2014 in der Ostukraine über einem Gebiet in der Hand prorussischer Rebellen abgeschossen worden. Dabei starben alle 298 Insassen, darunter neben zahlreichen Niederländern auch 28 Australier.

SydneyKnapp zwei Jahre nach dem Abschuss eines Passagierflugs über der Ostukraine macht ein bekannter Luftfahrt-Anwalt den russischen Präsidenten Wladimir Putin für das Unglück verantwortlich. „In Russland passiert nichts ohne Putins Zustimmung“, sagte Jerry Skinner am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Deshalb könne der Präsident in dem Fall haftbar gemacht werden. Skinner leitet die Schadenersatzklage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, wo Angehörige der Opfer von Flug MH17 insgesamt 330 Millionen Dollar verlangen. Der US-Jurist setzte einst ähnliche Forderungen nach dem Lockerbie-Anschlag von 1988 mit 270 Toten durch. Damals hatte eine Bombe eine PanAm-Maschine über Schottland zum Absturz gebracht.

Skinner zeigte sich zuversichtlich, auch bei der Klage nach dem Abschuss der Maschine von Malaysia Airlines über der Ukraine Erfolg zu haben. Allerdings könnte der Prozess – ähnlich wie bei dem Lockerbie-Verfahren – Jahre dauern, räumte er ein.

MH17-Absturz: Russland hat „ernsthafte Zweifel“ an Ermittlungen

MH17-Absturz

Russland hat „ernsthafte Zweifel“ an Ermittlungen

Wer das Flugzeug MH17 über der Ostukraine auch abgeschossen hat: Absturzursache sei eine Buk-Rakete aus Russland gewesen, so die Ermittler. Die russische Regierung zweifelt daran – und fühlt sich zu Unrecht beschuldigt.

Die Boeing der Gesellschaft Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war im Juli 2014 in der Ostukraine über einem Gebiet in der Hand prorussischer Rebellen abgeschossen worden. Dabei starben alle 298 Insassen, darunter neben zahlreichen Niederländern auch 28 Australier. Anwalt Skinner arbeitet für eine australische Kanzlei. Das Flugzeug war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur und wurde niederländischen Ermittlern zufolge von einer Rakete russischer Bauart getroffen. Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe des Westens und der ukrainischen Regierung zurückgewiesen, prorussische Rebellen hätten die Maschine abgeschossen. Russland gibt vielmehr der ukrainischen Armee die Schuld.

Flug MH17 – Chronologie der Ereignisse

17. Juli 2014

Flug MH17 stürzt auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine ab. Alle 298 Menschen an Bord sterben. Die meisten Opfer sind Niederländer. Sofort wird vermutet, die Maschine sei abgeschossen worden. Die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten machen sich gegenseitig verantwortlich.

21. Juli 2014

Russland wirft mit Angaben über ein ukrainisches Kampfflugzeug, das sich der Unglücks-Boeing genähert haben soll, neue Fragen auf. Zuvor hatte die Ukraine behauptet, umfassende Beweise dafür zu haben, dass die prorussischen Kräfte eine „Buk“-Flugabwehrrakete auf die Passagiermaschine abgefeuert hätten.

9. September 2014

Der erste Untersuchungsbericht des niederländischen Sicherheitsrates schließt menschliches und technisches Versagen aus. Zahlreiche Objekte hätten das Flugzeug von außen durchlöchert, es sei noch in der Luft auseinandergebrochen.

12. September 2014

Die Maschine wurde nach Ansicht der niederländischen Strafermittler vermutlich von einer Flugabwehrrakete abgeschossen.

24. Dezember 2014

Russische Ermittler präsentieren einen mutmaßlichen Zeugen der Tragödie. Der vom ukrainischen Militär desertierte Mann habe glaubwürdig dargelegt, dass die Boeing von einem ukrainischen Kampfjet aus der Luft mit einer Rakete abgeschossen worden sei.

20. Juni 2015

Kremlchef Wladimir Putin erklärt, er habe einen Bericht auf den Tisch bekommen, wonach eine Boden-Luft-Rakete von einem „Buk“-Abwehrsystem aus dem von ukrainischen Streitkräften beherrschten Gebiet abgefeuert worden sei.

29. Juli 2015

Russland verhindert im UN-Sicherheitsrat in New York, dass ein unabhängiges Tribunal zur Untersuchung des Falls eingesetzt wird.

Laut Skinner stützen Zeugenaussagen, Videos, Fotos, Radaraufnahmen und Dokumente der Luftaufwachung aber die Entschädigungsklage. Deshalb könne der Abschuss auf Russland zurückgeführt werden, auch wenn das Land bei den Ermittlungen nicht kooperiere.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×