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24.06.2012

22:02 Uhr

Abschuss eines Kampfjets

Türkei schaltet die Nato ein

Nach dem Abschuss eines Kampfjets durch Syrien tritt am Dienstag der Nato-Rat zusammen. Das Flugzeug wurde offenbar über neutralem Gebiet abgeschossen, war zuvor aber in das syrische eingedrungen. Washington sieht rot.

Türkischer Jet abgeschossen

Video: Türkischer Jet abgeschossen

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Ankara/WashingtonDie Türkei schaltet nach dem Abschuss eines Militärjets durch Syrien die Nato ein. Seine Regierung werde die Nato-Partner wegen des Vorfalls konsultieren, sagte Außenminister Ahmed Davutoglu am Sonntag. Der Nato-Rat wird sich am Dienstag mit der Lage befassen.

Das Gremium der Botschafter aller 28 Nato-Staaten tritt zusammen, nachdem Ankara unter Berufung auf Artikel 4 des Nato-Vertrages eine Sitzung über den Zwischenfall beantragt hat. Dies teilte Nato-Sprecherin Oana Lungescu am Sonntag in Brüssel mit.

Das ist die F-4 Phantom

Jet aus US-Produktion

Der türkische Kampfjet F-4 „Phantom“ ist international bekannt als McDonnell F-4 Phantom II. Die „Phantom“ ist ein zweistrahliges und Kampflugzeug aus US-Produktion, fähig zum Überschallflug.

Erstflug bereits 1958

Der Erstflug des Ursprungsmodells erfolgte bereits 1958. Im Jahr 1960 wurde der Kampfjet in den Dienst gestellt. Mit mehr als 2585 Kilometer pro Stunde stellt die Maschine am 22. November 1961 einen neuen absoluten Geschwindigkeitsrekord auf.

Weltweit verbreitet

Die F-4 war eines der weltweit verbreitetsten Kampfflugzeuge der Welt. In den USA kam der Jet bis zum Jahr 1995 zum Einsatz. Heute ist er auch noch in der deutschen Luftwaffe im Einsatz.

Von Deutschland auch an die Türkei verkauft

Neben der Türkei setzen ihn auch noch die Luftstreitkräfte in Griechenland und Japan ein. In den 1990er Jahren verkaufte Deutschland F-4-Jets in die Türkei und nach Griechenland.

Artikel 4 des Nato Vertrages sieht vor, dass die Verbündeten beraten, wenn einer von ihnen der Auffassung ist, dass seine territoriale Integrität, politische Unabhängigkeit oder Sicherheit bedroht ist. Lungescu sagte, die Türkei werde im Kreis der Nato-Mitglieder über die Lage berichten. Schon am Montag befassen sich die EU-Außenminister mit dem Abschuss, wie ein Vertreter der spanischen Regierung erklärte. Bei diesem Treffen wollen die EU-Außenminister die Sanktionen ein weiteres mal verschärfen. Eine weitere Person sowie fünf juristische Personen sollten gelistet werden, hieß es am Wochenende aus europäischen Diplomatenkreisen. Damit werden die Konten in Europa gesperrt sowie Einreiseverbote verhängt. An dem Treffen, zu dem auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Luxemburg reist, wird auch über Ägypten, den Iran sowie über die Menschenrechtslage beraten.

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Das Wrack des Kampfjets ist laut einem TV-Bericht geortet worden. Es befinde sich in einer Tiefe von rund 1300 Metern auf dem Meeresboden, berichtete der türkische Fernsehsender CNN-Türk am Sonntag, ohne genauere Angaben zum Fundort zu machen. Das Verteidigungsministerium in Ankara bestätigte den Bericht zunächst nicht.

Außenminister Davutoglu warf Syrien am Sonntagmorgen vor, das türkische Flugzeug in internationalem Luftraum abgeschossen zu haben. „Unseren Erkenntnissen zufolge wurde unser Flugzeug in internationalem Luftraum abgeschossen, 13 Seemeilen vor der syrischen Küste“, sagte der türkische Außenminister dem Fernsehsender TRT.Zudem habe es keine Warnung gegeben.

Die F-4 „Phantom“ habe sich auf einem Ausbildungsflug befunden und keinen Geheimauftrag im Zusammenhang mit den bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Syrien gehabt. Die Maschine sei zudem unbewaffnet gewesen.

Kommentare (43)

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Isrelsfreund

24.06.2012, 11:10 Uhr

Und jetzt auf einmal soll man diesen Bockmist glauben ?

SchmierenblattHB

24.06.2012, 11:22 Uhr

"Der abgeschossene türkische Kampfjet befand sich nicht über syrischem Hoheitsgebiet - das hat die türkische Regierung bekanntgegeben"

Ach noch etwas:
"Wir haben herausgefunden, daß Rauchen doch nicht gesundheitsschädlich ist - gezeichnet Philip Morris"

sonntagsmaerchen

24.06.2012, 11:27 Uhr

Und deshalb ist um 11:05 Uhr die Überschrift in der "welt online" zu lesen:

"Türkei gibt Verletzung syrischen Luftraums zu"

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