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27.04.2015

17:33 Uhr

Abschuss von Flug MH17

„Der Luftraum hätte gesperrt werden müssen“

Berlin wusste von der Gefahr, warnte aber nicht: Schon vor Abschuss des Fluges MH17 über der Ostukraine war das Risiko für die zivile Luftfahrt bekannt. Scharfe Kritik kommt aus Brüssel. Die Bundesregierung schweigt.

Warnungen des BND

Flug MH17: Wusste die Bundesregierung von der Gefahr?

Warnungen des BND: Flug MH17: Wusste die Bundesregierung von der Gefahr?

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BerlinDer Bundesregierung lagen einem Medienbericht zufolge vor dem Abschuss einer Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine im Juli 2014 klare Hinweise auf Gefahren vor. Diese habe sie nicht an deutsche Fluggesellschaften weitergegeben, berichten WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ am Montag unter Berufung auf vertrauliche Drahtberichte des Auswärtigen Amtes.

Demnach bezeichneten Diplomaten wenige Tage vor dem Abschuss die Lage in der Ostukraine als besorgniserregend. Am Tag zuvor war eine ukrainische Transportmaschine vom Typ Antonov in gut sechs Kilometern Höhe von den Separatisten abgeschossen worden.

Dies sei eine „neue Qualität“ gewesen, weil ein Abschuss in dieser Höhe für Militärexperten ein klarer Hinweis sei, dass auch Ziele in größeren Höhen getroffen werden könnten. Damit bestehe auch eine Gefahr für zivile Passagiermaschinen. Dass die Luftsicherheit über der Ukraine nicht mehr gegeben sei, habe auch der Bundesnachrichtendienst in seinen täglichen Berichten mitgeteilt.

Üblicherweise müssten die Fluglinien umgehend über eine veränderte Sicherheitslage informiert werden, heißt es in dem Medienbericht. Dies sei jedoch erst nach dem Abschuss der MH17 geschehen. „Fakt ist, dass uns keine Informationen von Seiten der Behörden vor dem 17. Juli vorlagen“, zitiert der Rechercheverbund einen Sprecher der Lufthansa.

Es sei eine Art „Roulettespielerei“ gewesen, wen es treffe, sagt der Anwalt Elmar Giemulla der SZ, der für Angehörige eines Opfers vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage eingereicht hat. Es hätte jede Maschine treffen können.

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Aber die Katastrophe hätte „vermieden werden können“, glaubt der Anwalt. Er ist überzeugt, dass nach dem Abschuss der Antonov „der Luftraum hätte gesperrt werden müssen“.

„Wenn die Bundesregierung unser Unternehmen mit der Bewertung neue Qualität gewarnt hätte, wäre Lufthansa sicher nicht mehr über der Ostukraine geflogen“, erklärte demnach ein Insider der Fluggesellschaft. Das Außenministerium äußerte sich am Montagmorgen zunächst nicht zu dem Bericht.

Kommentare (14)

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Herr Walter Gerhartz

27.04.2015, 11:59 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Walter Gerhartz

27.04.2015, 12:03 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Walter Gerhartz

27.04.2015, 12:12 Uhr

[...]
Eine Weltregierung muss unter allen Umständen und mit sämtlichen mitteln bekämpft werden. Denn durch sie gibt es keinen Frieden auf der Erde... sondern nur mehr Unrecht, Leid, und Elend.... und natürlich viel Profit für Banken und Konzerne.
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Und da profitiert nur ein kleiner teil der Menschen. Es gilt also die Weltregierung zu bekämpfen. [...]
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Putin mag seine Fehler haben, doch sein Russland wird bald Garant für wahre Freiheit sein !!!!!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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