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24.11.2015

15:56 Uhr

Abschuss von russischem Kampfjet

Putin nennt Türkei „Helfershelfer von Terroristen“

Kremlchef Wladimir Putins Reaktion auf den Abschuss des russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe ist deutlich: Er sprach von einem „Dolchstoß in den Rücken“ – begangen von „Helfershelfern von Terroristen“.

Kremlchef Putin findet deutliche Worte in seiner Fernsehansprache. ap

Wladimir Putin

Kremlchef Putin findet deutliche Worte in seiner Fernsehansprache.

Sotschi Russlands Präsident Wladimir Putin droht der Türkei wegen des Abschusses eines russischen Kampfjets im Grenzgebiet zu Syrien ernsthafte Konsequenzen an. Die russischen Piloten schonten sich im Kampf gegen den Terror nicht, sagte Putin am Dienstag live im russischen Fernsehen. „Doch der heutige Verlust ist ein Stoß in den Rücken, begangen von Helfershelfern von Terroristen“, sagte Putin bei einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. in Sotschi.

Das russische Flugzeug SU-24 habe bei seinem Kampfeinsatz gegen Terroristen in Syrien keine Gefahr für die Türkei dargestellt. Es sei von einem türkischen Kampfjet einen Kilometer innerhalb syrischen Luftraums getroffen worden. Die Absturzstelle liege vier Kilometer innerhalb Syriens.

„Das tragische Ereignis wird ernsthafte Auswirkungen auf die russisch-türkischen Beziehungen haben“, sagte Putin. „Wir werden niemals dulden, dass solche Verbrechen wie das heutige begangen werden.“ Nach dem Abschuss habe sich die Türkei nicht etwa an Russland gewandt, sondern eine Sondersitzung der Nato einberufen.

Fast zeitgleich erklärte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu in Ankara, sein Land habe das Recht sich zu verteidigen, wenn der Luftraum verletzt werde. Die Welt müsse wissen, dass die Türkei „alles Notwendige“ tun werde, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.

Türkische Jets hatten nach Angaben der Regierung in Ankara nahe der Grenze zu Syrien ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen, das mehrfach den türkischen Luftraum verletzt haben soll. Russland weist die Darstellung zurück. Die beiden russischen Piloten sollen nicht mehr am Leben sein.

Eine syrische Rebellengruppe hat nach eigenen Angaben die beiden russischen Piloten getötet. Sie seien erschossen worden, als sie noch mit ihren Fallschirmen zur Erde geschwebt seien, erklärte der Vize-Kommandeur der turkmenischen Gruppe, Alpaslan Celik. „Beide Piloten wurden tot aufgefunden.“ Celik sprach vor Journalisten in der Nähe des syrischen Dorfes Jamadi. Dabei zeigt er etwas, das nach seinen Angaben ein Stück eines der Fallschirme war. Die Angaben konnten nicht überprüft werden.

Kommentare (54)

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Herr Herbert Maier

24.11.2015, 14:53 Uhr

DAS hat Frau Merkel jetzt erreicht! Indem sie das Flüchtlingschaos in ganz Europa verursacht hat, war Europa zum Kniefall vor der Türkei gezwungen, die ihre neu bescherte Stärke nun ausnutzt, um mit solchen eigenwilligen Aktionen den Frieden in Europa ernsthaft zu gefährden. Frau Merkel ist nicht nur eine Gefahr für den Euro, unsere Rechtsordnung und Sicherheit, jetzt hat sie auch noch dazu beigetragen, dass wir alle in Lebensgefahr kommen können! Wenn die Frau nicht abtritt und einem starken deutschen Bundeskanzler Platz macht, der all diese Fehler wieder versucht, zusammen mit den Franzosen zu beheben, müssen bald Familien aus Deutschland, Frankreich und Polen nach Skandinavien fliehen, weil mitten in Europa aus irgendwelchen geostrategischen Interessen ein Krieg wütet oder was?

Arjuna Shiva

24.11.2015, 14:55 Uhr

Nun scheint Erdogan völlig durchzudrehen. Es gab ja schon Gerüchte, dass es Verbindungen in die Türkei bei dem Giftgasangriff gab, der seinerzeit Assad in die Schuhe geschoben werden und eine Intervention provozieren sollte. Wenn stimmt was Putin sagt (und Putin hätte mit einer Lüge wenig zu gewinnen) muss die NATO das Verhalten ihres (unseres) Verbündeten unverzüglich angenmessen maßregeln oder Deutschland muss die NATO-Mitgliedschaft bis zur abschließenden Klärung des Sachverhalts sofort aussetzen.

Account gelöscht!

24.11.2015, 14:56 Uhr

Putin hat Recht! Und die Türkei bleibt ein unzuverlässiger Partner...nicht nur für die NATO, sondern auch für die EU.
Die Türkei hat keinen Angriff aus der Luft zu befürchten. Weder die Rebellen, noch die IS Terroristen verfügen über diese Kampfflugzeuge. Also hat die Türkei genau gewusst, dass sie auf ein Flugzeug der Verbündeten schießt.
Die Türkei ist immer noch ein sehr unstabiler und ungeordneter wie auch unzuverlässiger Partner.

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