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08.01.2014

09:04 Uhr

Absetzen der alten Garde

Kim Jong Un bittet Nordkoreaner zur Wahl

Heute feiert Kim Jong Un Geburtstag. Sein Geschenk an das Volk: Er kündigt Parlamentswahlen an. Laut Experten will er seine Macht festigen. Beim letzten Urnengang wurden alle Kandidaten offiziell mit 100 Prozent gewählt.

Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un (Mitte) hat Parlamentswahlen angekündigt. Reuters

Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un (Mitte) hat Parlamentswahlen angekündigt.

PjöngjangErstmals seit seiner Machtübernahme hat Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un Parlamentswahlen ansetzen lassen. Der Urnengang für die Oberste Volksversammlung werde am 9. März abgehalten, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch mit. Das Parlament ist in dem autoritär regierten Land praktisch machtlos, und eine echte Wahl haben die Nordkoreaner bei seiner Bestimmung nicht: Bei der letzten Wahl 2009 trat für jeden der 687 Bezirke im Land jeweils nur ein Kandidat an. Nach offiziellen Angaben wurden alle Bewerber mit 100 Prozent gewählt.

Die letzte Wahl fand noch unter Kims Vater Kim Jong Il statt, der Ende 2011 starb. Nun versucht der Sohn offenbar seine Macht zu festigen. Ende vergangenen Jahres wurde der einflussreiche Onkel Kim Jong Uns wegen angeblicher Umsturzpläne hingerichtet. Nach südkoreanischen Angaben wurden auch zahlreiche nordkoreanische Botschafter und andere im Ausland tätige Staatsbedienstete in die Heimat zurückberufen und abgesetzt.

Kims Onkel Jang Song Thaek war wie viele andere Mitglieder der nordkoreanischen Führung Mitglied der Volksversammlung. Ihre Neuwahl im März dürfte deshalb auch darüber Aufschluss geben, wer aus dem Machtapparat in Ungnade gefallen ist und darauf von den Kandidatenlisten gestrichen wurde.

Die offizielle Wahlbeteiligung 2009 lag bei 99,98 Prozent der registrierten Wähler. Die Volksversammlung wird üblicherweise zwei Mal im Jahr einberufen, um Budgetgesetze und Personalentscheidungen zu ratifizieren, die vorher von der herrschenden Arbeiterpartei beschlossen wurden.

Kommentare (1)

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sharwes

08.01.2014, 10:24 Uhr

Haha kommunistisches Kasper-Theater lol

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