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23.07.2014

07:10 Uhr

Absturz von MH17

USA sehen keine direkte Verwicklung der Russen

US-Geheimdienstler präsentieren neue Erkenntnisse zum Abschuss der MH17-Maschine: Eine direkte russische Verwicklung sei nicht erkennbar. Moskau habe aber mit der Bewaffnung der Rebellen die „Bedingungen geschaffen“.

Ein prorussischer Rebell inspiziert Reste des abgestürzten Flugzeuges: Die USA haben keine Hinweise für eine direkte Verwicklung der russischen Regierung in den Abschuss der Maschine. ap

Ein prorussischer Rebell inspiziert Reste des abgestürzten Flugzeuges: Die USA haben keine Hinweise für eine direkte Verwicklung der russischen Regierung in den Abschuss der Maschine.

WashingtonDie USA haben keine Hinweise für eine direkte Verwicklung der russischen Regierung in den Abschuss der Maschine der Malaysia Airlines über der Ostukraine. Das Passagierflugzeug sei wohl von kremltreuen Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 vom Himmel geholt worden, sagten ranghohe Geheimdienstbeamte in Washington. Doch habe Russland erst die „Bedingungen“ für den Abschuss „geschaffen“, indem es die Aufständischen bewaffnet habe.

Die Geheimdienstbeamten äußerten sich am Dienstag bei einem Briefing vor Reportern, wollten jedoch anonym bleiben. Dabei beriefen sich die Gewährsmänner auf abgefangenen Telefonmitschnitten, Satellitenfotos und von Rebellen auf sozialen Netzwerken geposteten Nachrichten, die zum Teil von US-Experten als authentisch eingestuft wurden.

Das wahrscheinlichste Szenario sei, dass die Maschine aus Versehen abgeschossen wurde, sagte einer der Geheimdienstler. Die Rebellen hätten einen Fehler gemacht. So hätten sie in der Vergangenheit schon zwölf ukrainische Kampfjets abgeschossen. Ob russische Funktionäre beim Start der Rakete zugegen waren, könnten sie nicht sagen. Ebenso unklar sei, ob die Schützen in Russland im Umgang mit den Waffen ausgebildet wurden. Doch habe Moskau seine Bemühungen um eine Bewaffnung und Ausbildung der Separatisten in den vergangenen Wochen verstärkt - sogar nach dem Abschuss der Passagiermaschine der Malaysia Airlines.

Auf die Identität der mutmaßlichen Schützen angesprochen, antwortete einer der Geheimdienstler verhalten: „Wir kennen keine Namen, keinen Dienstgrad und sind uns auch nicht 100 Prozent über die Nationalität im Klaren.“

Doch der nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte, die USA würden die Ermittlungen zu einer möglichen „direkten Verbindung“ zwischen dem Raketenabschuss und Russland fortsetzen. Man sei der Ansicht, dass der (russische) Präsident Wladimir Putin und dessen Regierung eine Verantwortung für die Unterstützung der Separatisten habe, fügte Rhodes weiter.

Kommentare (3)

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Sergio Puntila

23.07.2014, 08:08 Uhr

"USA sehen keine direkte Verwicklung der Russen"
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Wenn man keine belastbaren Beweise für eine Verwicklung vorlegt, kann man auch keine direkte Verwicklung der Russen konstatieren:

Soviel zum ideologischen Getrampele der think-tanks all over the world.

Wesentlich bleibt, die ideologische Aufladung weiter zu reduzieren, um klar sehen zu können: alles andere kann nur darauf hinauslaufen eine ohnehin komplex geratene Lage zum Pulverfass geraten zu lassen.

Man kann nur hoffen, dass diese Signale auch in Kiev verstanden werden.

Herr Josef Schmidt

23.07.2014, 08:21 Uhr

So eine kleine Meldung im Hintergrund nach den marktschreierischen Beschuldigungen der Russen. Keine Entschuldigung, nichts.

Es gibt nur ein Wort dafür. Erbärmlich.

Account gelöscht!

23.07.2014, 08:44 Uhr

Eigentlich wäre es ein Gebot der Ehre und der Selbstachtung, dass die Journalisten in den Mainstreammedien, die sich in den vergangenen Tagen an einer beispiellosen Kampagne der Vorverurteilung und damit der Verleumdung Russlands und insbesondere Putins beteiligt haben, sich nach diesem Zurückrudern der US-Amerikaner in aller Form öffentlich entschuldigten. Aber darauf wage in in unserer Zeit eines allgemeinen Verfalls der guten Sitten nicht zu hoffen.

Ich wäre schon zufrieden, wenn die Journalisten in Zukunft kritischer gegenüber den Märchenerzählern der CIA und ihrer Vasallen in unserer Regierung wären. Dann endlich würden sie ihrer Aufgabe als "Vierte Gewalt"und nämlich als kritische Begleiter der Politik wieder gerecht werden.

Dann könnte man endlich wieder ihre Druckerzeugnisse kaufen und abonnieren, ohne mitschuldig an gemeingefährlicher, kriegstreibender Verleumdung zu werden.

Es gibt in kriegerischen Zeiten nichts Gefährlicheres als das verleumderische Wort. Worte formen Denken. Denken führt zu Taten. Und Taten sind manchmal tödlich.

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