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16.05.2015

16:21 Uhr

Abu Sajjaf

Ranghohes IS-Mitglied laut Pentagon getötet

Die Terrorgruppe Islamischer Staat muss offenbar einen schweren Schlag hinnehmen: Laut US-Verteidigungsministerium wurde ein führender Kommandeur getötet.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter bei einer Pressekonferenz im Mai im Pentagon Reuters

Ashton Carter

US-Verteidigungsminister Ashton Carter bei einer Pressekonferenz im Mai im Pentagon

Beirut/Washington US-Eliteeinheiten haben nach Pentagon-Angaben einen hochrangigen Führer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien getötet. Der Mann, Abu Sajjaf, sei für die Öl-, Gas- und andere finanzielle Operationen des IS zuständig gewesen, teilte Verteidigungsminister Ashton Carter am Samstag mit. Demnach sollte Abu Sajjaf bei der nächtlichen Operation in der östlichen Stadt Al-Amr gefangen genommen werden. Er habe dann Gegenwehr geleistet und sei dabei getötet worden. Wie Carter weiter mitteilte, wurde Abu Sajjafs Frau in Gewahrsam genommen. Sie stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei IS-Terroraktivitäten gespielt zu haben. Die Elitetruppe befreite dem Verteidigungsministerium zufolge auch eine jesidische Frau, die Sajjaf und dessen Ehefrau offenbar als Sklavin gehalten hatten.

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Selbst wo der IS geschlagen ist, bleibt der Horror: In Kobane etwa sind die Häuser vermint und voller Leichen. Landgewinne macht die Miliz nun nicht mehr, hält aber ihr Territorium. Ihre Macht ist längst nicht gebrochen.

Der Einsatz war der zweite von US-Soldaten am Boden gewesen, seit die USA mit Verbündeten in Syrien im September 2014 die Luftangriffe auf IS-Stellungen starteten. US-Präsident Barack Obama hatte ihn zuvor nach einstimmiger Empfehlung seines Sicherheitsteams genehmigt.

US-Soldaten seien bei dem in der Nacht zum Samstag erfolgten Zugriff und der Schießerei weder verletzt noch getötet worden, teilte Verteidigungsminister Carter mit.

Syrische Staatsmedien hatten zuvor berichtet, dass Regierungstruppen bei einem Angriff auf dem vom IS eroberten Omar-Ölfeld einen ranghohen IS-Kommandeur töteten, der für die Anlagen verantwortlich gewesen sei. Sein Name wurde mit Abu al-Tim al-Saudi angegeben, was auf einen Saudi-Araber hindeutet.

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Nach dem Verlust von Ölfeldern sollen die Einnahmen des Islamischen Staats um 75 Prozent zurückgegangen sein. Noch ist es aber zu früh, die Miliz abzuschreiben.

Unklar blieb zunächst, ob ein Zusammenhang zwischen beiden Militäroperationen bestand. Die US-Regierung sagt, sie arbeite mit Syriens Präsidenten Baschar al-Assad im Kampf gegen den IS nicht zusammen.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte einen Angriff auf ein Ölfeld. Mindestens 19 IS-Kämpfer, darunter 12 Ausländer, seien dabei getötet worden. Die Beobachtungsstelle teilte nicht mit, wer für den Angriff verantwortlich war.

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