Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2012

16:47 Uhr

Ackermann warnt vor Pleite

Schuldenverhandlungen mit Athen im Finale

Die Verhandlungen über Griechenlands Schuldenschnitt gehen dem Ende entgegen - aber die Einigung steht noch aus. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob auch die öffentlichen Gläubiger noch etwas auf den Tische legen.

Das Warten auf den Schlussakkord zum Griechenland-Paket scheint kein Ende zu nehmen. dpa

Das Warten auf den Schlussakkord zum Griechenland-Paket scheint kein Ende zu nehmen.

Berlin/AthenDie Anzeichen für einen baldigen Abschluss der Verhandlungen über eine Rettung Griechenlands mehren sich - doch der letzte Federstrich fehlt noch immer. Sowohl die Gespräche über einen Forderungsverzicht der privaten Anleihen-Gläubiger wie auch die Gespräche der Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB über ein zweites Rettungspaket stehen nach Angaben Beteiligter kurz vor dem Abschluss.

Der scheidende Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann, der auch beim Internationalen Bankenverband IIF an der Spitze steht, sprach von einem Schuldenschnitt von 70 Prozent und mehr. Mit Blick auf den großen Griechenland-Gläubiger EZB forderte er, alle müssten sich an der Entlastung beteiligen. Auf eine nahe Einigung deutet auch ein Treffen der Finanzminister der Euro-Länder am Montag in Brüssel hin, bei dem es um das Griechenland-Paket gehen dürfte.

Griechenlands Reformen

Bereits umgesetzte Maßnahmen

• Grundstückssteuer (2 Mrd. Euro), die über die Stromrechnung eingezogen wird (ab 2012 durch Finanzamt)
• erstmals Entlassungen im öffentlichen Dienst (betrifft Beamte nahe Pensionsalter)
• Benzinsteuer und Heizölsteuer +10%
• Alkoholsteuer +10%
• Solidaritätsabgabe für 2011, 2012 und 2013 auf das Einkommen
• MwSt von 21 auf 23%
• Renteneintrittsalter heraufgesetzt, jedoch weiterhin keine einheitliche Regelung

Geplante Maßnahmen

• Beschleunigung der Privatisierung von Staatsunternehmen und Verwertung des öffentlichen Vermögens
• weitere Kürzung der Beamtengehälter
• weitere Kürzung von Sozialleistungen
• Aufbau nationaler Statistiken
• Abbau bürokratischer Hürden, Öffnung geschützter Berufe (Taxi, Apotheken u.v.m)
• Schließung von staatlichen Unternehmen
• Um die Pleite Griechenlands abzuwenden, erlassen die privaten Gläubiger (Banken und Versicherungen) dem Staat die Hälfte seiner Schulden (100 Mrd. Euro) oder mehr; dadurch soll der griechische Schuldenstand bis zum Jahr 2020 von 160 auf 120% des BIP verringert werden.
• Anleihen von EU-Staaten und EZB behalten ihren Wert, nur private Gläubiger machen Einschnitte; dafür gewährt EU weitere 100 Mrd. Euro bis 2014

Damit scheint sich die wochenlange Hängepartie zur Rettung des völlig überschuldeten südeuropäischen Euro-Landes dem Ende zuzuneigen. Mit einer abschließenden Vereinbarung zum Forderungsverzicht der privaten Anleihengläubiger sei noch in dieser Woche zu rechnen, erklärte der IIF, der für die privaten Banken die Verhandlungen mit der griechischen Regierung führt. Beide Seiten seien einer Einigung sehr nahe. Dies haben sie allerdings in den vergangenen Wochen wiederholt erklärt.

Ähnlich äußerte sich Ackermann auf und am Rande seiner letzten Bilanzpressekonferenz als Chef der Deutschen Bank. Eindringlich warnte er vor einer ungeordneten Staatspleite Griechenlands, von der hohe Ansteckungsgefahren ausgehen würden. „Wenn Griechenland fallen sollte, ist nicht auszuschließen, dass Portugal der nächste Kandidat auf dieser langen Liste ist“, sagte er. Auch von einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hält er nichts. „Jeder, und nicht nur die privaten (Gläubiger), muss einen Beitrag leisten“, forderte der Banker.

Von einer zweiten Verhandlungsfront kamen weitere günstige Signale. In den Gesprächen über die Voraussetzungen für ein zweites Rettungspaket von IWF und Europäern, das mit dem Forderungsverzicht der privaten Gläubiger verknüpft ist, seien nur noch drei oder vier Punkte offen, sagte ein Sprecher der griechischen Regierung.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.02.2012, 17:24 Uhr

Die stehen auch nach dem Schuldenschnit noch genau so bedeppert da wie vorher und werden auch nach wie vor nichts auf die Reihe bringen. Was hier gemacht wird, ist einem Mitglied, welches beschissen und betrogen und sich voll bedient hat, den Mist zu vergeben während andere dafür bluten sollen. MEint denn wirklich einer, nach dem Schuldenschnitt wird da etwas besser? Das geht genau so weiter wie vorher...ich kenne diese Kultur dort, genau so wie sie spanische und die italienische.

Letztere werden übrigens als nächstes vor der Tür stehen... dieser ganze Eurowahnsinn grenzt an einer Perversion.

Suedlaender

02.02.2012, 18:23 Uhr

Jawoll ! ! ! die Deutsche Seele ist das einzig wahre.....

Account gelöscht!

02.02.2012, 20:54 Uhr

Lieber Michel, warum immer so borniert? Ich geniesse regelmäßig die südländische Kultur. Im Restaurant, im Urlaub und die "Venusfallen" haben dort auch ihre Reize. Übrigens: Mit deinem unwiderstehlichen Sozial- und Solidaritätsgequatsche hast du als Obergutmensch doch im Jahr 2002 die Weichen gestellt, dass Stavros in den Club aufgenommen wurde, währenddessen Gerdi und Joschka gemeinsam mit Jaque wie Max&Moritz an der Brücke von Maastricht gesägt haben.
Warum hast du damals nicht protestiert? Hast du da etwa Urlaub gemacht? Oder warst du mal wieder demonstrieren? Für irgendeine Sche...e? Nun solltest du auch mal dazu lernen: Stavros wird nicht fallen gelassen. Denn so wie Ebbe und Flut sich abwechseln, kommen und gehen Schulden. Warum wohl? Damit du dein "Biertrömmelchen" unter deiner Zipfelmütze weiterhin vor der Glotze sonnen kanst. Das, was du als soziale Wohltat gerne in Anspruch nimmst, möchtest du zugleich Stavros verwehren. Das ist nicht nur unfair, das ist arrogant. Und das finde ich zu kotzen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×