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27.07.2013

14:21 Uhr

Ägypten

Armee greift brutal durch

Offenbar versteht das ägyptische Militär die Demonstrationen gegen die Muslimbruderschaft als Freibrief, mit aller Härte gegen die Proteste der Mursi-Anhänger vorzugehen. Jedenfalls steigt die Zahl der Toten drastisch.

Ärzte und Helfer behandeln einen verwundeten Mursi-Anhänger: Das Militär geht offenbar mit immer größerer Härte gegen die Muslimbruderschaft vor. dpa

Ärzte und Helfer behandeln einen verwundeten Mursi-Anhänger: Das Militär geht offenbar mit immer größerer Härte gegen die Muslimbruderschaft vor.

KairoMindestens 120 Menschen seien bei Zusammenstößen von Islamisten und Sicherheitskräften am frühen Samstagmorgen in Kairo getötet worden, teilte die Muslimbruderschaft mit. Einheiten der Bereitschaftspolizei hätten eine Menge von Demonstranten am Rande ihres Protestcamps in der Vorstadt Nasr City angegriffen. Rund 4000 Menschen wurden nach diesen Angaben verletzt. Das ägyptische Gesundheitsministerium sprach zunächst von 21 Toten.

Der blutige Konflikt ereignete sich in der Nasr-Straße, die zum Protestlager der Muslimbruderschaft vor der Raba-al-Adawija-Moschee führt. Tausende Anhänger der islamistischen Organisation lagern dort seit mehr als drei Wochen. Sie protestieren gegen Mursis Absetzung durch das Militär am 3. Juli. Der Islamist war vor etwas mehr als einem Jahr nach freien Wahlen ins höchste Staatsamt gelangt.

Was die Zusammenstöße am Rande des Protestcamps ausgelöst hat, war zunächst unklar. Im Feldspital der Muslimbruderschaft spielten sich am Samstagmorgen nach Angaben ägyptischer Reporter dramatische Szenen ab. Immer wieder wurden Tote und Schwerverletzte gebracht. Die Ärzte kamen mit der Versorgung der Verwundeten kaum nach. Der Sprecher der Bruderschaft, Gehad al-Haddad, erklärte verbittert: „Sie (die Polizisten) schießen nicht, um zu verwunden, sondern um zu töten.“

Tote und Verletzte bei nächtlichen Auseinandersetzungen in Kairo

Video: Tote und Verletzte bei nächtlichen Auseinandersetzungen in Kairo

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Am Freitag hatten in ganz Ägypten Hunderttausende Menschen für und gegen die Entmachtung Mursis demonstriert. Während die Islamisten nahezu täglich gegen den „Militärputsch“, wie sie die Absetzung Mursis nennen, demonstrieren, hatte das Militär erstmals seit dem Umsturz die eigenen Unterstützer in Massen auf die Straße gerufen. Armeechef Abdel Fattah al-Sisi wollte sich damit eine Art „grünes Licht“ geben lassen, um noch schärfer gegen die demonstrierenden Muslimbrüder vorzugehen.

Innenminister Mohammed Ibrahim kündigte in einem privaten Fernsehsender an, dass in Kürze die Pro-Mursi-Proteste in Giza vor der Kairoer Universität und in Nasr City „legal“ aufgelöst werden sollten. Anwohner hätten sich über die Demonstrationen beschwert.

Mursi wird seit dem Umsturz vom Militär an einem unbekannten Ort festgehalten. Seit Freitag ist er formell in Untersuchungshaft und wird des Landesverrats beschuldigt. Darüber hinaus wurden mehrere Mitglieder der Führung der Muslimbruderschaft und rund 600 weitere Funktionäre verhaftet.

Von

dpa

Kommentare (9)

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btw

27.07.2013, 14:46 Uhr

Zeit für unmißverständliche Ansagen.

faxen_dicke

27.07.2013, 15:09 Uhr

Die sogenannte "Arabellion": 500.000 Tote.

Und: es reicht liebe Islamisten!

Tabu

27.07.2013, 15:11 Uhr

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/07/53138/
Auszug:
Die Muslimbrüder wollen sich noch weniger Vorschriften machen lassen, als die ehemaligen Kader von Mubarak. Umso unverständlicher, warum Ratspräsident Van Rompuy noch im Januar weitere fünf Milliarden Euro versprochen hatte.

„Sie wollen Fördergelder von der EU. Die damit einhergehende Verantwortung wollen sie nicht übernehmen. Sie wollen bestimmen, wie das Geld verwendet werden soll. Doch Auskünfte über jene Verwendung möchten sie nicht geben“, schreibt der niederländischer Rechtswissenschaftler, Afshin Ellian, in einem Gastbeitrag für des Wochenblatts Elsevier. Wohin die Steuergelder der EU-Bürger fließen ist ein Geheimnis.
Karel Pinxten, Mitglied des EU-Rechnungshofes, sagt, dass es bisher in Ägypten „absolut keine Verbesserung“ in den Bereichen der Demokratisierung und Menschenrechte gegeben habe. Zudem gebe es im Prozess der EU-Finanzhilfen weder ein internes, noch ein externes Kontrollsystem.
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Einfach aufhören,Milliarden an EU Steuergeld da
reinzupumpen.
Dann hört es erstens auf,das 60% unter 24 J.sind
und zum anderem,muß man mir mal erklären,wer von
den EU Fördertöpfen,noch alles durchgeschleift wird.

EU steht wenn überhaupt..für Europa und sonst nix.

Den Muslimbrüder ist nur mit Gewalt beizukommen.
Aber das muß in Ägypten gelöst werden.
Arabischen Frühling,haben nur die Weltverbesserer
in ihrer Blauäugigkeit ausgerufen.
Mit dieser Religion,bestreite ich jede Erwartung
an einer besseren Welt..Dazu muß da erstmal Bildung
und Frauenrecht einkehr halten.
Aber so gehirngewaschen wie z.B.Frauen über Jahrtausende wurden,kann man sich Hoffnung von diesem Teil der
Menschheit,in diesen Regionen abschminken.
Zumal die Brüder ihre Machtposition nie aufgeben werden.
Wäre ja noch,wenn grad die Frauen erkennen würden,
was für kleine gewaltbereite Lichter das sind,denen sie da seit 1400 Jahren folgen müssen.

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