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04.07.2011

22:19 Uhr

Ägypten

Ausschreitungen nach Gerichtsentscheid

Zehn ägyptische Polizisten sollen für den Tod von 17 Demonstranten während des Aufstandes verantwortlich sein. Nun wurden sie vorerst freigelassen – ein Entschluss der zu schweren Ausschreitungen führte.

Weiterhin kommt es in Ägypten zu Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten, wie hier am Tahrir Platz in Kairo (29. Juni, 2011). Quelle: Reuters

Weiterhin kommt es in Ägypten zu Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten, wie hier am Tahrir Platz in Kairo (29. Juni, 2011).

KairoNach der Freilassung von zehn wegen der Tötung von Demonstranten angeklagten Polizisten ist es Montag in Kairo zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mehrere hundert Menschen griffen den Gerichtssaal an, nachdem die Beamten gegen Kaution bis zum Beginn ihres auf den 14. September verschobenen Prozesses auf freien Fuß gesetzt wurden. Den Angeklagten wird vorgeworfen, während des Aufstandes in Ägypten im Februar 17 Demonstranten getötet zu haben.

Angehörige der Opfer blockierten aus Protest stundenlang die Fernstraße von Kairo nach Suez, indem sie sich auf die Fahrbahn legten. Später gingen nach Angaben eines Aktivisten mehrere Tausend Menschen in Suez auf die Straße, auf zwei zentralen Plätzen kam der Verkehr zum Stillstand.

Um die Demonstranten zu besänftigen, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft die Gerichtsentscheidung für ungültig. Er habe die Zusicherung erhalten, dass die Polizisten wieder ins Gefängnis kämen, sagte der Vater eines der getöteten Demonstranten.

Fünf Monate nach dem Aufstand gegen den früheren Präsidenten Husni Mubarak ist wegen des Todes von mehr als 846 Menschen erst ein Polizist verurteilt worden. Sein Prozess fand in Abwesenheit statt.

Von

dapd

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