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20.08.2013

03:19 Uhr

Ägypten

Chef der Muslimbruderschaft verhaftet

Der oberste Führer der ägyptischen Muslimbruderschaft ist festgenommen worden. Mohammed Badie wird unter anderem „Anstachelung zur Gewalt “ vorgeworfen. Die Übergangsregierung diskutiert über ein Verbot der Organisation.

Krise am Nil

Behörden in Ägypten nehmen Chef der Muslimbrüder fest

Krise am Nil: Behörden in Ägypten nehmen Chef der Muslimbrüder fest

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KairoDas Oberhaupt der ägyptischen Muslimbruderschaft Mohammed Badia ist verhaftet worden. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte der Nachrichtenagentur dpa am frühen Dienstagmorgen, Badia sei kurz nach Mitternacht in Kairo festgenommen worden. Er habe sich in einem Gebäude in Nasr City versteckt gehalten. Der Tierarzt hatte - wie viele Mitglieder der Islamisten-Organisation - mehrere Jahre als politischer Häftling im Gefängnis gesessen.

Zusammen mit Badie wurde den Angaben zufolge ein weiteres hochrangiges Mitglied der Muslimbruderschaft festgenommen. Das staatliche Fernsehen zeigte in der Nacht Aufnahmen von Badie, wie er von Polizisten abgeführt wird. Gegen den 70-Jährigen war am 10. Juli, eine Woche nach dem Sturz Mursis durch die Armee, Haftbefehl durch die Justiz erlassen worden. Dieser lautet auf den Vorwurf der "Anstachelung zur Gewalt".

Fragen und Antworten zur Reise nach Ägypten

Was sagt das Auswärtige Amt?

Das Auswärtige Amt in Berlin hat seinen Sicherheitshinweis für Ägypten entschärft. Es rät seit Ende September nicht mehr grundsätzlich von Reisen dorthin ab. Touristen sollten aber im ganzen Land – ausdrücklich auch in den Badeorten am Roten Meer – besonders vorsichtig sein, rät das Ministerium.

Von Reisen nach Kairo, in die Touristenzentren in Oberägypten (Luxor, Assuan, Nil-Kreuzfahrten) und in das Nildelta wird abgeraten. Auch in die anderen Gebiete wie die Touristen-Hochburgen am Roten Meer sollten Deutsche derzeit aber nicht fahren. Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten sollten unbedingt gemieden werden.

Das Auswärtige Amt rät außerdem von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara eindringlich ab. Dies gilt insbesondere für die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan.

Kann ich meine Reise jetzt kostenlos stornieren?

Da unterscheiden sich die Meinungen. Zahlreiche Reiseveranstalter akzeptieren kostenlose Stornierungen nur bei einer offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, wie sie für den Nordsinai und das Grenzgebiet zu Israel gilt. Der Reiserechtler Paul Degott sagt aber, eine Kündigung sei immer in einer Situation höherer Gewalt möglich, wenn diese die Reise konkret betreffe und so zum Beispiel „der planmäßige Erholungsurlaub nicht mehr möglich ist“. Dies sei in Ägypten mittlerweile der Fall. Die Anbieter müssten bei Stornierung also den gesamten Reisepreis zurückzahlen. Bei vorzeitiger Abreise müsse vom Verbraucher nur der erbrachte Teil der Reise und die Rückreise bezahlt werden.

Wie reagieren die Anbieter in der aktuellen Situation?

Zahlreiche Anbieter haben ihre Reisen für die kommenden Wochen komplett abgesagt. Andere bieten ihren Kunden kostenlose Umbuchungen, wollen aber keine Stornierungen akzeptieren. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass Verbraucher eine Umbuchung durch ihren Reiseveranstalter nicht akzeptieren müssen.

Was sollten Touristen tun, die schon vor Ort sind?

Das Auswärtige Amt hält die Lage in den Touristenorten am Roten Meer noch für „ruhig“. Nach Angaben von TUI und Thomas Cook können Urlauber, die bereits in Ägypten sind, ihre Reise fortsetzen. Sie sollten sich lediglich an die Vorgaben der örtlichen Reiseleitungen halten und wie gebucht zurückfliegen. In Hurghada ist das Auswärtige Amt bereits durch einen Honorarkonsul vertreten, auch in andere Reiseorte soll Botschaftspersonal entsandt werden, das für Fragen zur Verfügung steht.

Hilft mir eine Reiserücktritt-Versicherung?

Selbst wer eine Reiserücktritt-Versicherung abgeschlossen hat, ist bei Streit mit dem Reiseveranstalter nicht auf der sicheren Seite. Die Police schließt Ereignisse höherer Gewalt wie Anschläge oder Naturkatastrophen regelmäßig aus. Sie deckt nur persönliche Risiken ab, etwa eine schwere Krankheit oder der Tod eines Angehörigen vor Reiseantritt. Sollte der Anbieter eine kostenlose Stornierung verweigern und wollen Verbraucher dagegen vorgehen, wären sie also auf eine Rechtsschutz-Versicherung angewiesen.

Nach den Unruhen der vergangenen Tage mit Hunderten Toten hatte die Übergangsregierung über ein Verbot der islamistischen Muslimbruderschaft diskutiert. Der Vorschlag, die Muslimbruderschaft für illegal zu erklären, stammt von Übergangsministerpräsident Hasim al-Biblawi. Er sagte: „Es kann keine Versöhnung geben, mit denjenigen, an deren Händen Blut klebt“. In den vergangenen Tagen wurden Hunderte von Mitgliedern der Muslimbruderschaft festgenommen.

Ägypten wird seit dem Sturz des aus der Muslimbruderschaft stammenden Mursi von Protesten seiner Anhänger erschüttert. Immer wieder kam es dabei zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften, die am vergangenen Mittwoch eskalierten. Seitdem wurden landesweit mehr als 800 Menschen getötet. Mehr als tausend Muslimbrüder und Mursi-Anhänger wurden festgenommen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.08.2013, 09:30 Uhr

Jeder Gärtner weis, dass man dem Unkraut nicht beikommt, wenn man nur Stiel und Blüte entfernt. Das Problem ist die Wurzel und damit eine Frage der Zeit, wann die Blüte wieder in voller Pracht erstrahlt.

In Ägypten muss sich substanziell etwas ändern. Frage: Mit welchem Produkt kann Ägypten am Weltmarkt etwas verdienen, um seine Bevölkerung zu ernähren? Akteull: Nix!

Solange die Religion und ihre Trompeten in der Lage sind den Leuten erfolgreich nur kalorienfreie (Geistes)Nahrung verkaufen können, werden die Kämpfer durch einen leeren Bauch in ihrem Kampf gehandicapt sein! Diese Art Kämpfer taugen tatsächlich auch nichts!

Man könnte jetzt philosophieren ob es vorteilhaft ist, dass die Kämpfer, bei denen der Anteil der Emotion den verfügbaren Anteil Hirn überwiegt, und dadurch immer wieder ins Messer läuft, tatsächlich ein Vorteil für das Land Ägypten ist.

peer-bilderberger

20.08.2013, 10:02 Uhr

Wie ich gehört hatte, hat dieser Mann bei seiner Verhaftung noch seine pay-roll vom Mossad dabei.

Israel stiftet Unruhe in den angrezenden Ländern, nur um seine Siedlungsprojekte in Ruhe voran zu treiben.

Bankangestellte1

20.08.2013, 10:30 Uhr

Ich wusste schon immer das Muslim -Brüder, Salafisten, Islamisten ect... Vor allem auch dieser Piere Vogel , alle etwas grenzdebil sind ...;-)

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