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02.01.2011

15:59 Uhr

Ägypten

Christen liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei

Nach dem Anschlag auf eine Kirche in Alexandria haben sich ägyptische Christen Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Weltweit verurteilten Politiker das Attentat mit 21 Toten, auch der Papst schaltete sich ein. In der christlichen Gemeinde wurden derweil Zweifel an den Ermittlungen laut.

Tumulte in Alexandria. dpa

Tumulte in Alexandria.

HB KAIRO. Nach einem Bombenanschlag auf eine Kirche in Alexandria mit 21 Todesopfern haben sich ägyptische Christen Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Mehrere hundert zumeist junge Männer warfen in der Umgebung der Kirche Steine und Flaschen auf die Polizei. Die Beamten reagierten mit Gummigeschossen und Tränengas.

In der Silvesternacht war ein Sprengsatz detoniert, als die Christen gerade die Kirche verließen. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Selbstmordanschlag.

Einige der Demonstranten schlugen muslimische Passanten nieder. Bereits kurz nach dem Anschlag stürmten koptische Christen in eine nahegelegene Moschee und warfen Bücher auf die Straße. Zu der Tat bekannte sich niemand. Das Innenministerium sprach von einem Selbstmordanschlag und erklärte, wahrscheinlich seien "ausländische Elemente" beteiligt gewesen.

Der Gouverneur von Alexandria, Adel Labib, gab umgehend dem Terrornetzwerk Al-Kaida die Schuld. Aus Sicherheitskreisen verlautete, 25 Menschen seien zur Befragung festgenommen worden. Keiner von ihnen gelte allerdings als Verdächtiger.

Die Bombe wurde nach Angaben des Innenministeriums im Inland hergestellt und war mit Nägeln und Eisenkugeln gefüllt. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Ermittlungen konzentrierten sich auf eine örtliche Gruppe Islamisten, die keine direkten Verbindungen zu Al Kaida habe. Außerdem würden Passagierlisten von Flugzeugen aus dem Irak überprüft.

Bisher hat die ägyptische Regierung stets erklärt, die Al-Kaida sei im Land nicht nennenswert aktiv. Das Terrornetzwerk wurde auch nie mit Anschlägen in Ägypten in Verbindung gebracht. Allerdings hat Al-Kaida im Irak wiederholt Drohungen gegen Christen ausgestoßen. Deshalb sagten die christlichen Gemeinden im Irak die meisten Weihnachtsfeierlichkeiten ab.

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