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04.07.2013

03:06 Uhr

Ägypten

Demonstranten in Kairo feiern Mursis Entmachtung

Die ägyptische Armee hat Präsident Mursi gestürzt und eine Übergangsregierung eingesetzt. Nun soll es bald Neuwahlen geben. Demonstranten feierten die Nachrichten - doch es gab auch Gewalt.

Tausende Ägypter feiern in Kairo die Absetzung des Präsidenten Mohammed Mursi. dpa

Tausende Ägypter feiern in Kairo die Absetzung des Präsidenten Mohammed Mursi.

KairoLauter Jubel, Feuerwerksraketen, Autokorsos: Die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo sind im Freudentaumel. Den ganzen Tag über haben Zehntausende auf die erlösende Nachricht gewartet, die am Abend von Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi verkündet wurde. Die Armee hat den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi nach nur einem Jahr aus dem Amt gejagt. Damit hat die Protestbewegung ihr Ziel erreicht.

Die ägyptische Armee kündigte Neuwahlen an. Vorläufig wird der Präsident des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, die Geschicke des Landes lenken, wie Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi am Mittwoch in einer Fernsehansprache sagte.

Eine "starke und fähige" Regierung werde gebildet, die "weitgehende Befugnisse" haben und "alle nationalen Kräfte" einschließen werde, teilte al-Sisi mit. Diese Regierung erhalte den Auftrag, Ägypten in der nächsten Zeit zu führen. Nach Presseberichten soll die Übergangszeit maximal ein Jahr dauern.

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Die Armee hob auch die von den Islamisten ausgearbeitete Verfassung auf. Al-Sisi kündigte die Bildung eines Gremiums an, das Verfassung überarbeiten soll. Auch ein Gesetz über die Abhaltung von Parlamentswahlen werde erarbeitet. Mit seiner Entscheidung setzte das Militär nach nur einem Jahr die gewählte Regierung Ägyptens ab. „Die Armee will nicht an der Macht bleiben“, versicherte indes Al-Sisi.

Oppositionsführer und Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei erklärte, die Ankündigung des Armeechefs entspreche den Forderungen des Volkes nach Neuwahlen. ElBaradei sowie der koptische Patriarch Tawadros II. und der Imam der Kairoer Al-Azhar-Universität saßen neben al-Sissi, als dieser im Fernsehen die Entmachtung Mursis verkündete. Dies sollte eine breite Unterstützung für die Entscheidungen der Armee signalisieren.

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Die ägyptische Armee hat Präsident Mursi gestürzt. Hochrangige Mitglieder der Muslimbrüderschaft wurden festgenommen. Nun hält der Ex-Chef des Militärgeheimdienst, Abdel Fattah al-Sisi, alle Fäden in der Hand.

Doch mit der Erklärung der Streitkräfte war noch nicht die Gefahr gebannt, dass das Land in eine Konfrontation zwischen Islamisten und Opposition steuern könnte. Kurz nach Al-Sissis Erklärung schrieb Mursi über den Kurzmitteilungsdienst Twitter, die Maßnahmen des Militärs seien nichts anderes als ein „vollständiger Putsch“, der „kategorisch von allen freien Männern unserer Nation abgelehnt wird“.

Seine Anhänger riefen auf Kundgebungen „Nieder mit der Militärherrschaft“ - ein Slogan, der bereits bei der Revolution gegen Mubarak gerufen wurde. Die Streitkräfte beharrten auf dem Standpunkt, sie hätten nicht geputscht, sondern den Willen des Volkes ausgeführt, indem sie einer neuen politischen Führung den Weg bahnten.

"Ich bin der gewählte Präsident Ägyptens", sagte Mursi in einem am Mittwochabend auf der Videoplattform YouTube eingestellten Video. Das Volk sei nun aufgerufen, seine "Legitimität zu verteidigen". Wo sich Mursi aufhielt, blieb zunächst unklar.

Am frühen Donnerstagmorgen sagte eins ranghoher Vertreter der Muslimbrüder, Mursi werde von der Armee festgehalten. Mursi und seine wichtigsten Mitarbeiter stünden im Club der republikanischen Präsidentengarde in Kairo unter Hausarrest, sagte Gehad al-Haddad, ein ranghohes Mitglied der Muslimbrüder und Sohn von Mursis engem Vertrauten Essam Al-Haddad, in der Nacht zum Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Kommentare (2)

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maximilian@baehring.at

04.07.2013, 01:09 Uhr

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04.07.2013, 08:37 Uhr

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