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29.01.2011

17:16 Uhr

Ägypten

Demonstranten wollen nicht klein beigeben

Ägypten am Scheideweg. Die Demonstranten setzen ihre Proteste fort und fordern weiter den Rücktritt von Präsident Mubarak. Mehr als 100 Menschen bezahlten den Protest mit ihrem Leben. Plünderer nutzen die Gunst der Stunde. Ein neuer Vizepräsident soll es jetzt richten.

HB KAIRO. Auch mit neuen Demokratie-Versprechen und massiver Militärpräsenz bekommt die ägyptische Staatsführung die Massenproteste nicht in den Griff. Am Samstag gingen wieder Zehntausende gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak auf die Straße. Nach unbestätigten Berichten soll es dabei erneut Tote gegeben haben. Insgesamt kamen seit Freitag bei den landesweiten Unruhen nach einer Zählung des arabischen Senders Al-Dschasira mehr als 100 Menschen ums Leben. Die Zahl der Verletzten bezifferte der Sender mit 1000.

Mubarak gerät auch international immer stärker unter Druck. Er ernannte Geheimdienstchef Omar Suleiman am Samstag zu seinem Stellvertreter. Suleiman wurde seit längerer Zeit als möglicher Nachfolger des 82-jährigen Staatschefs gehandelt. Der General war bisher Mubaraks Mann für heikle Aufträge. Zwischen Israel und den Palästinensern hat er schon mehrfach vermittelt. Auch in den USA wird er geschätzt.

Zuvor war die ägyptische Regierung zurückgetreten. Unter dem Eindruck der Massendemonstrationen hatte Mubarak in einer Fernsehansprache am späten Freitagabend die Bildung eines neuen Kabinetts angekündigt und „neue Schritte hin zu mehr Demokratie“ und eine Verbesserung des Lebensstandards versprochen. Die neue Regierung sollte noch am Samstag benannt werden. Ob sie die Protestwelle stoppen kann, ist fraglich.

In Kairo und Alexandria gingen unter den Augen des mit Panzern und anderen Fahrzeugen aufgefahrenen Militärs zehntausende Menschen auf die Straße. Sie setzten sich am Nachmittag auch über eine erneut ausgerufene Ausgangssperre hinweg, die bis Sonntagmorgen gelten sollte. In Sprechchören verlangten sie den Rücktritt des seit 30 Jahren regierenden Mubaraks. Um den Präsidentenpalast herum fuhren Panzer vor.

Kommentare (1)

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aruba

29.01.2011, 19:24 Uhr

Guten Tag,.... Mubarak und Suleiman verbindet nicht nur eine enge Freundschaft sondern auch der beigeschmack von duesteren Gefaengnissen in denen fuer die Amerikanische CiA gefoltert wurde. Mir sind die Kerle aus Teheran auch nicht sympatisch, aber Recht haben sie allemal. Das Volk hat die Fresse voll. in den Doerfern sieht es aus wie vor 2000 Jahren. Dennoch glaube ich nicht an eine Wende im Regime. Ein Drecksack wird durch einen noch Groesseren ersetzt. besten Dank

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