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20.07.2013

15:03 Uhr

Ägypten

Drei Tote bei erneuten Zusammenstößen

Die Unruhen in Ägypten fordern weitere Opfer. Bei Krawallen in der Stadt Mansura wurden zwei Frauen und ein Junge getötet. Die Muslimbruderschaft wirft Armee und Polizei vor, zugeschaut und nicht eingegriffen zu haben.

Gewalt in Ägypten: Immer wieder geraten Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gewaltsam aneinander. ap

Gewalt in Ägypten: Immer wieder geraten Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gewaltsam aneinander.

Kairo/IstanbulGewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und ihren Gegnern haben in Ägypten erneut mindestens drei Menschen das Leben gekostet. Die tödlichen Krawalle ereigneten sich laut lokalen Medienberichten am Freitagabend in der Stadt Al-Mansura im Nildelta, wo Augenzeugen zufolge Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi mit Schusswaffen und Messern aufeinander losgingen. Die Muslimbruderschaft - aus der Mursi stammt - erklärte, dass vier Frauen getötet worden seien, Medien meldeten drei Tote. In der Hauptstadt Kairo blieb es hingegen überwiegend ruhig.

Die Muslimbruderschaft erhob am Samstag schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte. Das Führungsmitglied der Bewegung, Essam al-Arian, erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Es ist eine Schande für die Verschwörer des blutigen Militärputsches, ihre Unterstützer und alle, die über die Menschenrechtsverletzungen schweigen, dass Frauen in Al-Mansura vor den Augen von Armee und Polizei mit Messern und scharfer Munition getötet werden.“

Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es auch in Kena in Oberägypten. Dort setzte die Polizei laut „Al Ahram“ Tränengas ein, um die verfeindeten Parteien auseinanderzuhalten.

Mursi war am 3. Juli nach tagelangen Massenprotesten vom Militär entmachtet worden. Er wird an einem unbekannten Ort festgehalten. Auch zahlreiche führende Muslimbrüder wurden verhaftet. Anhänger Mursis demonstrieren seitdem für die Wiedereinsetzung ihres Präsidenten.

Zur schlimmsten Eskalation kam es dabei am 8. Juli vor einer Kaserne der Republikanischen Garde. Dort wurden 51 Menschen getötet, als Sicherheitskräfte begannen, scharf zu schießen. Das Militär gab später an, Bewaffnete hätten den Offiziersclub stürmen wollen. Die Muslimbruderschaft sprach von Angriffen auf friedliche Demonstranten beim Morgengebet.

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Am Freitag waren erneut Zehntausende Anhänger und Gegner Mursis auf die Straßen gegangen. Die größten Kundgebungen gab es in Kairo. Demonstranten beider Lager harrten dort bis in die frühen Morgenstunden aus. Die Islamisten haben vor der Raba-al-Adawija-Moschee im Osten Kairos ein Protest-Camp eingerichtet, wo sie bleiben wollen, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Der zentrale Tahrir-Platz, wo die Jugendbewegung und Gegner der Islamisten für eine rasche Demokratisierung des arabischen Landes eintraten, leerte sich nach Sonnenaufgang. Nach dem Sturz Mursis hat das Militär eine zivile Übergangsregierung eingesetzt, die das Land binnen sechs Monaten zu Neuwahlen führen soll.

Neue Gewalt gab es derweil auch im Norden der Sinai-Halbinsel. In der Region der Stadt Al-Arisch schlugen nach Angaben aus Sicherheitskreisen drei Raketen ein - zwei Menschen wurden getötet. Im Sinai tummeln sich seit dem Arabischen Frühling islamistische Milizen und Schmugglerbanden. Immer wieder gibt es Angriffe auf Sicherheitskräfte. Seit dem Sturz Mursis sind dabei den Angaben nach 13 Menschen getötet worden, darunter auch Soldaten und Polizisten.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.07.2013, 10:37 Uhr

Whow! Toll! Hier darf man noch kommentieren. Nicht jedoch, wenn es um Friedensgespräche mit den Palästinenser geht, bei denen diesen vermutlich ihre (Gaza)Anteile an den Gasreserven des östlichen Mittelmeer abgeschwindelt werden sollen. Wie man weiß (von Tunesien, Libyen, Ägypten....Syrien, Türkei, Zypern und Griechenland) betreiben die anglo-amerikanischen Finanzinteressen gerade fleißig die Neuordnung dieses Gebiets unter ihrer Kontrolle. Hier der Hintergrund (Gesamtüberblick und Bezug auf die Vorgänge in Ägypten):

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/israels-energiepolitische-gesamtstrategie-wird-erkennbar.html

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/washingtons-islamisten-strategie-geraet-durch-mursis-sturz-in-die-krise.html

Saudis brechen mit USA über Ägypten
http://www.globalresearch.ca/saudis-unprecedented-break-with-washington-over-egypt/5343092

Seit 3 Jahren mache ich übrigens hier (als reiner Amateur) auf dem HB auf diese Gasfelder aufmerksam (zuerst nur in Bezug auf die griechischen Felder, weil ich damals den Rest noch nicht gesehen hatte - seit ca. 2 Jahren über den Gesamtkomplex).

Angesichts der Bedeutung diese Gasvorkommen und der involvierten geostrategischen Interessen und Konsequenzen bis hin zu einem Weltkrieg (man denke "Syrienkonflikt") ist es doch ausgesprochen BEFREMDLICH wie (sagen wir es mal so) "UNDER-REPORTET" dies in der US-gesteuerten "freien westlichen" Presse, insbesondere auch im Handelblatt ist. Da werden einem nur aus allen Herren Ländern dieser Gegend ZUSAMMENHANGS-los Ereignisse berichtet.

IST DAS JOURNALISMUS?

Account gelöscht!

20.07.2013, 10:57 Uhr

Die Partei von Erdogan und er selber,werden weiter geschützt von Politik und Presse in Deutschland. Die Unruhen dort keine Nachricht mehr darüber und die neuen Kurdenaufstände werden verschwiegen. Die Kurden haben bemerkt, dass Erdogan sie
verschaukelt hat. Auch Besuche bei Özecalan sind verboten.

Die Grünen und die SPD der Özecalan zu verdanken hat, dass er in einem Türkischen Gefängnis verotten muss, kümmern sich nicht ob Folter im Spiel sein könnte.

Aber das Nachtangelverbot wollen die Grünen erzwingen, damit Fische nachts schlafen können und Mollath sitzt immer noch.

Die Kurden haben jetzt eine Chance auf Autonomie wie die Türken in Deutschland, wenn sie keine Gewalt gegen Türkische Bürger ausüben, sondern sich auf Politiker
konzentrieren und ihre Verbündeten. Nur Mut.

Lars

20.07.2013, 11:30 Uhr

Es ist schwer zu erkennen was im nahen Osten passiert. Diktatoren werden gestürzt, andere wiederum werden an der Macht gehalten. Erdogan sollte, genau wie mursi die macht entrissen werden. Die Kurden versucht er zu hintergehen, die Türkei hat im friedensprozess mit den Kurden noch nichts getan. Und hat es anscheinend nicht mehr vor. In Syrien unterstützt die Türkei die islamistische Terrorgruppe Al-Nusra Front. Damit diese die Kurden in Syrien bekämpft. Obwohl die Kurden in Syrien für Freiheit und Demokratie stehen, werden sie nicht beachtet und ihre islamistischen Gegner werden mit high-tech Waffen aus dem Westen beliefert. Wer soll das noch verstehen...

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