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04.08.2013

17:47 Uhr

Ägypten

Erste Kompromisssignale seit Mursis Sturz

In Ägypten versuchen Anhänger und Gegner des vom Militär entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi die Wogen zu glätten. Beide Seiten zeigten sich unter dem Druck westlicher Vermittler kompromissbereit.

In Ägypten versuchen Mursi-Anhänger und Mursi-Gegner eine Annäherung. dpa

In Ägypten versuchen Mursi-Anhänger und Mursi-Gegner eine Annäherung.

KairoIn Ägypten gibt es einen Monat nach dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi erstmals Zeichen einer Entspannung. Unter dem Druck westlicher Vermittler signalisierten am Wochenende die seit Wochen in Protestcamps ausharrenden Mursi-Anhänger wie auch die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung Kompromissbereitschaft.

Während das islamistische Mursi-Lager den Willen zu Gesprächen mit den weltlichen Parteien bekundete, sicherte das Innenministerium den Demonstranten freies Geleit und eine „politische Integration“ zu. Beide Seiten hatten zuvor mit Gesandten aus den USA und der EU verhandelt, die zunächst vor allem weitere tödliche Zusammenstöße verhindern wollten. Seit Mursis Absetzung am 3. Juli sind bei Unruhen fast 300 Menschen ums Leben gekommen.

Die Pro-Mursi-Allianz erkannte zum ersten Mal überhaupt an, dass aus Unzufriedenheit mit dem damaligen Präsidenten Millionen Menschen gegen eine schleichende Islamisierung des bevölkerungsreichsten arabischen Landes und gegen die Wirtschaftsmisere protestiert hatten. „Ich respektiere und halte die Forderungen der Massen in Ehren, die am 30. Juni auf die Straße gegangen sind“, sagte ein Sprecher der Allianz der Nachrichtenagentur Reuters.

Er forderte eine Lösung, die „alle Wünsche des Volkes“ respektiere, und äußerte die Bereitschaft zu Verhandlungen mit der Nationalen Heilsfront, in der die weltlichen Parteien der Übergangsregierung zusammengeschlossen sind. Die vom Militär ausgesetzte Verfassung müsse wieder in Kraft gesetzt werden. Ferner dürfe Armeechef Abdel Fattah al-Sissi nicht am politischen Dialog über die Zukunft Ägyptens beteiligt werden, verlangen Mursis Anhänger.

Kommentare (2)

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RalphFischer

05.08.2013, 07:38 Uhr

Al Kaida hat recht - die Demokratie taugt nicht zur Herrschaft des Islam.

Darum geht es ja grade in der Demokratie - das Volk regiert und nicht der Islam...

elly

05.08.2013, 10:26 Uhr

Wohl wahr und hoffentlich kapieren das die Tunnelblicker der radikalen Islamisten auch!!!

Zumindest wäre es eine kleine Hoffnung für Ägypten endlich mit dem Aufbau einer funktionierenden und für das Volk dienlichen Regierung loszulegen!

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