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08.08.2013

01:52 Uhr

Ägypten

EU und USA dringen weiter auf Dialog und Versöhnung

EU und USA appellieren mit vereinten Kräften an Ägypten. Es soll ein Dialog gefunden werden, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Das Krisenland sieht die internationalen Vermittlungsversuche für gescheitert an.

Machtkampf in Ägypten

Regierung erklärt internationale Vermittlungen für gescheitert

Machtkampf in Ägypten: Regierung erklärt internationale Vermittlungen für gescheitert

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BrüsselNach dem Scheitern der internationalen Vermittlungsbemühungen zwischen den Konfliktparteien in Ägypten wollen sich EU und USA nicht geschlagen geben. Sie forderten das Land zu einer Rückkehr zur Demokratie auf. „Jetzt ist nicht die Zeit für Schuldzuweisungen, sondern um Schritte zu unternehmen, die helfen können, einen Dialog zu beginnen und den Wandel voranzubringen“, mahnten die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und US-Außenminister John Kerry am Mittwochabend in einer in Brüssel verbreiteten gemeinsamen Erklärung. „Wir sind weiter bereit zu helfen, wo wir nur können“, versprachen EU und USA.

„Dies bleibt eine sehr fragile Situation, die nicht nur das Risiko von mehr Blutvergießen und Polarisierung in Ägypten birgt, sondern auch die wirtschaftliche Erholung behindert, die so wesentlich ist für Ägyptens erfolgreichen Wandel“, hieß es in der Erklärung. So kurz vor dem Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) am Donnerstag sei der „Augenblick für Führung, Weitblick und Großherzigkeit - ein einender Moment, in dem die Ägypter nach vorne schauen sollten auf das, was auf dem Spiel steht und was sie durch aufrichtige Versöhnung gewinnen können“, appellierten Ashton und Kerry.

"Wir sind besorgt, dass Regierung und Oppositionsführer noch keinen Weg gefunden haben, den gefährlichen Stillstand zu durchbrechen und vertrauensbildende Maßnahmen einzuleiten", hieß es weiter.

Die Chefdiplomaten der EU und der USA zeigten sich "überzeugt davon, dass ein demokratisches Ägypten eine führende Rolle in der Region einnehmen kann". Ägypten könne die Region "in eine bessere Zukunft führen, wie es dies so oft in seiner reichen und stolzen Geschichte getan hat".

Diplomaten aus Washington und Brüssel hatten in den vergangenen Tagen versucht, zwischen den ägyptischen Streitkräften und den Muslimbrüdern zu vermitteln. Am Mittwoch erklärte die ägyptische Präsidentschaft die Vermittlungsbemühungen für gescheitert.

Seit dem Sturz des islamistischen Staatschefs Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli kam es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Islamisten, bei denen mehr als 250 Menschen getötet wurden. Die Muslimbrüder verlangen die Wiedereinsetzung Mursis, der an einem geheimen Ort festgehalten wird. Die Regierung hat mehrfach angedroht, ihre Protestlager in Kairo aufzulösen.

Kerry und Ashton forderten in ihrer Erklärung die Freilassung gefangen gehaltener Politiker, ohne Mursis Namen zu nennen. Mursi war erst ein Jahr vor seinem Sturz ins Amt gewählt worden.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

08.08.2013, 08:31 Uhr

Andere Länder - andere Sitten !

Was kratzt es uns ? Die sollen selber klarkommen. Und wenn nicht Pech. Ägypten ist für sein Schicksal schon selber verantwortlich.

Alle Einmischung kostet nur unser Steuergeld, was vor Ort nötiger ist als für Kairo zumal es auch den tatbestand der Veruntreuung erfüllt.

Drangela

12.08.2013, 15:10 Uhr

„Wir sind weiter bereit zu helfen, wo wir nur können“, versprachen EU und USA.“

Was für ein elendes Theater!

Hallo Frau Ashton!
Mich repräsentieren Sie nicht, ich habe Sie nicht mal ansatzweise gewählt!! Vielleicht sollte sich die EU mal auf die Suche nach der 1 Milliarde Euro Steuergeld begeben die sie den Muslimbrüdern ohne Bedingung geschenkt hat. Wo das Geld jetzt ist? Das weiß keiner, aber klar ist, dass es nicht als Starthilfe für eine Demokratie in Ägypten benutzt wurde. Die EU könnte auch endlich mal mit ihren eigenen Bürgern in den Dialog treten und nicht die Augen davor verschließen, das die Bürger dank der Schuldenpolitik in Südeuropa gerade auf dem Müllhaufen der Geschichte landen. Und die USA? Dort sind 44 Millionen Menschen auf Lebensmittelmarken angewiesen, macht erst mal Eure Hausaufgaben und helft Euren Bürgern!

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