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30.12.2013

20:26 Uhr

Ägypten

Gericht verurteilt Mursi-Anhänger zu zwei Jahren Haft

Die Muslimbruderschaft, der Ägyptens gestürzter Präsident Mursi entstammt, wird als „Terrororganisation“ eingestuft, tausende Anhänger müssen mit Verhaftung rechnen. Einige sind nun zu Haftstrafen verurteilt worden.

Unzufriedene Mursi-Anhänger sorgen immer wieder für Ausschreitungen in den Straßen von Kairo. Reuters

Unzufriedene Mursi-Anhänger sorgen immer wieder für Ausschreitungen in den Straßen von Kairo.

KairoIn Ägypten sind am Montag 139 Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi zu jeweils zwei Jahren Haft verurteilt worden. Gegen die Urteile sei eine Berufung möglich, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur MENA. Die Verurteilten, die sich bislang in Untersuchungshaft befanden, können demnach gegen eine Kautionszahlung von jeweils umgerechnet 550 Euro vorläufig auf freien Fuß gesetzt werden.

Der demokratisch gewählte Präsident Mursi war am 3. Juli vom Militär abgesetzt worden. Seine Anhänger veranstalteten eine lange Serie von Protestkundgebungen. Daraus entwickelten sich wiederholt gewalttätige Auseinandersetzungen.

Bei den Auseinandersetzungen nach dem Sturz Mursis wurden inzwischen mehr als tausend Menschen getötet und mehrere tausend verhaftet. Die Behörden gehen kompromisslos gegen die Muslimbruderschaft vor, der Mursi entstammt. Die gesamte Führungsriege der Muslimbruderschaft wurde inzwischen verhaftet. In der vergangenen Woche warf die Regierung der Muslimbruderschaft vor, einen Bombenanschlag mit 15 Toten nördlich von Kairo verübt zu haben.

Der Aufstieg und Fall von Mohammed Mursi

4. November

In Kairo beginnt der Strafprozess gegen Mursi. Anhänger haben im Vorfeld zu Protesten aufgerufen.

28. und 29. Oktober

Mursi lehnt eine Woche vor Beginn des Prozesses gegen ihn die Rechtmäßigkeit des Gerichts ab. Einen Tag später platzt ein Prozess gegen die Führungsriege der Muslimbrüder wegen Anstiftung zum Mord. Die Richter erklären sich für befangen.

4. Oktober

Muslimbrüder beginnen dreitägige Proteste gegen Mursis Entmachtung, in Ägypten werden dabei mehr als 50 Menschen getötet.

23. September

Ein Gericht in Kairo erklärt die Muslimbruderschaft und alle Ableger der Organisation für illegal.

19. August

Die Staatsanwaltschaft leitet gegen Mursi Ermittlungen wegen Verantwortung für die Tötung von Demonstranten im Dezember 2012 ein. Später folgt eine Anklage wegen Beleidigung der Justiz.

14. August

Bei der Räumung von Protestlagern mit Tausenden Mursi- Anhängern gibt es nach Regierungsangeben mehr als 600 Tote. Eine Verhaftungswelle hochrangiger Muslimbrüder setzt ein.

8. August

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan fordern Zehntausende Islamisten die Wiedereinsetzung Mursis.

3. August

Die Muslimbrüder bestehen darauf, dass Mursi wieder als Präsident eingesetzt wird.

26. und 27. Juli

Mursi wird des Landesverrats beschuldigt und kommt in Untersuchungshaft.

3. und 4. Juli

Nach den Massenprotesten setzt das Militär Mursi ab und stellt ihn unter Arrest. Der oberste Verfassungsrichter Adli Mansur wird Übergangspräsident. Mursi-Anhänger beginnen einen Dauerprotest.

30. Juni

Eine Unterschriftenkampagne der Initiative „Tamarud“ (Rebellion), mit der Mursi zum Rücktritt gezwungen werden soll, gipfelt in Massenprotesten Hunderttausender.

2. Juni

Das oberste Verfassungsgericht verkündet, dass die von Mursi durchgeboxte Verfassung unter nicht gesetzeskonformen Umständen zustande gekommen ist.

29. November 2012

Im Eilverfahren peitscht das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee Mursis Entwurf einer neuen Verfassung durch. In Massenprotesten demonstriert die Opposition gegen eine schleichende Islamisierung.

24. Juni 2012

Die Wahlkommission erklärt den Kandidaten der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, zum Sieger der Präsidentenwahl. Quelle: dpa

Die Muslimbruderschaft wurde inzwischen als „Terrororganisation“ eingestuft, hunderttausende Anhänger müssen mit Verhaftung rechnen, wenn sie Aufnahmen oder Schriften der Organisation besitzen. Den Führungsmitgliedern droht die Todesstrafe.

Von

afp

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