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31.05.2011

11:22 Uhr

Ägypten

"Jungfrauentests" sorgen für Aufruhr

In Ägypten herrscht Empörung über so genannte „Jungfrauentests“, die von der ägyptischen Armee angeleiert wurden. Das fragile Verhältnis zwischen Militär und Demonstranten wird so noch weiter belastet.

Soldaten der ägyptischen Armee. Quelle: dpa

Soldaten der ägyptischen Armee.

Kairo/IstanbulMit Empörung haben ägyptische Frauen und liberale Aktivisten auf Berichte über „Jungfrauentests“ reagiert, mit denen Soldaten im März junge Demonstrantinnen schikaniert hatten. Der Skandal ist ein weiterer Belastungstest für die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen der Demokratiebewegung und dem Militärrat, der nach dem Abgang von Präsident Husni Mubarak am 11. Februar die Macht übernommen hat.

Am Dienstag machten vor allem Frauen und Intellektuelle in ägyptischen Internetforen ihrem Ärger über die Behandlung der 17 Frauen Luft. Beim Ägyptischen Zentrum für Frauenrechte hieß es: „Das Schlimmste ist, dass es dieses Vorgehen, das typisch ist für das alte Regime, nach dem Rücktritt von Mubarak gab.“ Die Armee hatte die Vorwürfe der Frauen zunächst bestritten. Nun räumte ein General im US-Fernsehsender CNN ein, dass die am 9. März festgenommenen Demonstrantinnen tatsächlich gegen ihren Willen von einem Arzt untersucht worden waren. Dieser habe feststellen sollen, ob die Frauen noch Jungfrauen seien.

Dem Bericht zufolge rechtfertigte der General das Vorgehen der Soldaten, indem er sagte: „Wir wollten nicht, dass sie hinterher sagen, wir hätten sie sexuell belästigt oder vergewaltigt.“ Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte das gewaltsame Vorgehen der Armee gegen die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz am 9. März verurteilt. Vertreter der Demokratiebewegung hatten in den vergangenen Wochen mehrfach über Menschenrechtsverletzungen seitens der Armee geklagt. „Geht zurück in eure Kasernen!“, schrieb ein ägyptischer Internet-Aktivist am Dienstag. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, hat der Militärrat nun Vertreter der Jugendbewegung, die mit ihren Protesten den Sturz von Mubarak herbeigeführt hatten, für Mittwochabend zu einer Aussprache eingeladen.

Von

dpa

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