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01.12.2012

13:19 Uhr

Ägypten

Mursi-Anhänger und -Gegner gehen auf die Straße

In Ägypten sind tausende Anhänger von Präsident Mursi auf die Straße gegangen, um ihre Stärke zu demonstrieren. Die Opposition hält dagegen. Erneut könnte es zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen.

Pro-Mursi-Demonstrationen in Kairo

Video: Pro-Mursi-Demonstrationen in Kairo

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KairoNach heftigen Protesten gegen Ägyptens Präsidenten Mohammed Mursi haben sich am Samstag in Kairo Tausende Islamisten zu einer Pro-Regierungs-Demonstration versammelt. Aus dem ganzen Land strömten Demonstranten in die Hauptstadt, um an der Kundgebung vor der Kairoer Universität teilzunehmen.

Gegner des Staatsoberhauptes – dessen politische Heimat die Muslimbruderschaft ist – setzten derweil ihren Protest auf dem zentralen Tahrir-Platz auf der anderen Seite des Nils fort. Der Streit um die künftige ägyptische Verfassung und Mursis autoritärer Führungsstil haben das Land zutiefst gespalten. Die Opposition kündigte weiter Proteste an und möglicherweise auch einen Marsch auf den Präsidentenpalast, mit dem verhindert werden soll, dass Mursi ein landesweites Referendum über die neue Verfassung ausrufen kann.

„Wenn er das Referendum ausruft, werden wir zu seinem Palast gehen und ihn stürzen“, sagte einer der Demonstranten, Jasser Said. Mehrere Richter kündigten am Freitag an, das Referendum möglicherweise nicht zu überwachen, wodurch es ungültig werden würde.

Am frühen Freitagmorgen hat die von Islamisten beherrschte Verfassungsgebende Versammlung im Schnellverfahren alle 234 Artikel eines Entwurfs gebilligt, mit dem die Rolle der islamischen Religionsgelehrten bei der Gesetzgebung gestärkt werden soll. Kritiker befürchten eine strengere Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia, die weiterhin wichtigste Quelle der Gesetzgebung bleibt.

Tausende Mursi-Anhänger marschieren durch Kairo. dapd

Tausende Mursi-Anhänger marschieren durch Kairo.

Seitdem sich Mursi vergangene Woche mit einer Reihe von Dekreten fast unbegrenzte Macht verliehen hat, ist es in Ägypten immer wieder zu Straßenschlachten und Protesten gekommen. Die Krise verschärfte sich weiter, als die Islamisten in der Nacht auf Freitag in einer eiligen Marathonsitzung ihren umstrittenen Verfassungsentwurf durchdrückten - ohne Mitsprache der liberalen, säkularen und christlichen Vertreter, die bereits zuvor aus Protest gegen die islamistische Ausrichtung des Dokument die Verfassunggebende Versammlung verlassen hatten. Beobachter rechnen mit einer Mehrheit für den Entwurf.

Der erwartete Zustrom werde deutlich machen, dass die Ägypter den Kurs ihres Präsidenten und die rasche Abstimmung über eine neue Verfassung unterstützen, hieß es von Mursis Muslimbruderschaft. In vielen Städten verteilten Aktivisten der gut organisierten Bewegung Flugblätter und riefen die Menschen dazu auf, durch ihre Teilnahme an den Protesten für das islamische Recht einzutreten.

Von

dapd

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

01.12.2012, 10:33 Uhr

Für mich zeigen die Islamisten, die über Mursi die eigentliche Regierung in Ägypten stellen, ihr wahres Gesicht. Sie unterdrücken alle anderen und wollen ihre Vorstellungen bedingungslos durchsetzen. Daher warne ich vor einer Überfremdung durch Islamisten in diesem Land. Ägypten war früher das Land der Kopten (Christen), bis man die Moslems aufgenommen hatte und gewähren lies. Ihr Kinderreichtum führte zu einer Veränderung im Staat. Heute sehen wir was daraus wird.

Thomas

01.12.2012, 10:39 Uhr

Zitat:

"Die Opposition kündigte weiter Proteste an und möglicherweise auch einen Marsch auf den Präsidentenpalast, mit dem verhindert werden soll, dass Mursi ein landesweites Referendum über die neue Verfassung ausrufen kann"

Eine demokratische Opposition, die ein Referendum verhindern will, notfalls mit Gewalt. Und Mubarak-Richter, die noch vor 1 Jahr als Schergen der Diktatur galten, sind (auch in unseren Medien) nun auf einmal Leuchttürme der Demokratie.

Ich bin wirklich begeistert....

Account gelöscht!

01.12.2012, 10:57 Uhr

Wach mal auf. Die Welt sieht anders aus, auch bei uns.

Da wird getrickst und getäuscht, während sie nebenan Kinder verkaufen. http://www.bild.de/news/inland/zwangsheirat/14-jaehrige-heiratet-15-jaehringen-27459104.bild.html

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